Beiträge von OXO

    also jetzt mal ehrlich.

    ich habe mir lange genug angehört, wie wir hierzulande über donald trump reden. über seinen geisteszustand, seine ausfälle, seine sprache, seine politischen methoden, seine twittertiraden und darüber, was wohl in seinem kopf vor sich geht.

    alles schön und gut.

    aber vielleicht sollten wir langsam einmal den kopf drehen und nach berlin schauen.

    denn was sich der deutsche bundeskanzler gestern im bundestag geleistet hat, lässt mich tatsächlich sprachlos zurück.

    und das will bei mir schon etwas heißen.

    alice weidel hält ihre rede.

    danach steht friedrich merz auf.

    und was kommt?

    „ethnische säuberung“.

    ja.

    ethnische säuberung.

    nicht „falsche migrationspolitik“.

    nicht „menschenfeindliche politik“.

    nicht „sozialpolitisch unverantwortlich“.

    nicht einmal „gefährliche rechtsaußenpolitik“.

    nein.


    ethnische säuberung.

    das ist ein begriff, bei dem bei mir endgültig die hupe angeht.

    denn wer solche wörter benutzt, sollte verdammt genau wissen, was er damit tut.


    ein wort ist manchmal keine polemik mehr

    man kann die afd mögen oder hassen.

    man kann alice weidel für eine hervorragende rednerin halten oder für eine politische katastrophe.

    man kann remigration für richtig oder falsch halten.

    man kann die afd für zu radikal, zu nationalistisch, zu sozialpolitisch naiv oder für alles zusammen halten.

    geschenkt.

    das alles ist demokratischer streit.

    aber wenn ein bundeskanzler einer parlamentarischen opposition eine „ethnische säuberung“ unterstellt, dann ist für mich eine grenze überschritten.

    denn damit wird nicht mehr über eine politische idee gestritten.

    damit wird der politische gegner moralisch in eine ecke gestellt, in der er eigentlich gar nicht mehr antworten kann.

    wie soll die afd denn darauf noch vernünftig antworten?

    „nein, herr bundeskanzler, wir möchten keine ethnische säuberung“?

    das ist doch absurd.

    man zwingt den politischen gegner damit in die rolle desjenigen, der sich gegen einen ungeheuerlichen moralischen vorwurf verteidigen muss, anstatt über die eigentliche politische frage zu diskutieren.

    und genau das halte ich für brandgefährlich.

    nein, herr merz, ein migrant ist nicht automatisch

    ein deutscher staatsbürger

    und jetzt kommt der teil, bei dem wahrscheinlich wieder irgendjemand schnappatmung bekommt.

    ein staat darf entscheiden, wer in sein staatsgebiet einreisen darf.

    ein staat darf entscheiden, unter welchen voraussetzungen jemand bleiben darf.

    ein staat darf menschen, die kein aufenthaltsrecht besitzen, grundsätzlich auch wieder zurückführen – selbstverständlich im rahmen des rechts und unter beachtung der menschenrechte.

    das machen staaten weltweit.

    auch deutschland.

    und wenn jemand das ändern möchte, dann darf man darüber politisch streiten.

    aber man kann nicht ernsthaft jede forderung nach einer strengeren migrationspolitik in die nähe einer ethnischen säuberung rücken.

    sonst entwertet man den begriff.

    und das ist nicht ungefährlich.

    denn irgendwann hört niemand mehr hin, wenn wirklich von ethnischer vertreibung, gewaltsamer deportation oder systematischer Verfolgung die rede ist.


    und jetzt kommt der besonders absurde teil

    wir sollen also offenbar darüber diskutieren, ob die afd mit ihrer migrationspolitik moralisch noch auf dem boden des grundgesetzes steht.

    meinetwegen.

    aber dann lasst uns bitte über konkrete forderungen sprechen.

    nicht über suggestive begriffe.

    nicht über historische keulen.

    nicht über politische schlagworte, bei denen jeder sofort an die schlimmsten kapitel der menschheitsgeschichte denkt.

    wenn die afd etwas verfassungswidriges fordert, dann benennt es.

    wenn eine forderung menschenrechtswidrig ist, dann erklärt warum.

    wenn eine rückführung rechtlich nicht zulässig ist, dann sagt es.

    aber bitte:

    argumente statt etiketten.

    das ist doch nicht zu viel verlangt.


    und jetzt wird es historisch unangenehm

    ich will hier ausdrücklich nicht behaupten, friedrich merz sei joseph goebbels.

    das wäre historisch falsch und politisch billig.

    aber ich halte es für legitim, sich anzusehen, wie politische propaganda funktioniert.

    goebbels war nicht deshalb gefährlich, weil er dumme sätze gesagt hätte.

    im gegenteil.


    er konnte reden.

    er konnte formulieren.

    er konnte massen erreichen.

    und er verstand etwas, was jeder moderne politiker ebenfalls verstehen sollte:

    wer einen politischen gegner sprachlich definiert, beeinflusst auch die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit ihn wahrnimmt.


    genau deshalb sind bestimmte begriffe so mächtig.

    wenn ich einen politischen gegner als „ethnische säuberer“ bezeichne, dann habe ich ihn rhetorisch nicht mehr nur kritisiert.

    ich habe ihm ein moralisches brandzeichen auf die stirn gedrückt.

    und dann kann ich mich anschließend wunderbar darüber beschweren, dass dieser politische gegner angeblich „zu aggressiv“ reagiert.

    das ist mir zu billig.


    vielleicht sollten wir auch einmal über unsere eigene gesellschaft reden

    und jetzt kommt etwas, das mir besonders auf den magen schlägt.

    wir diskutieren ständig darüber, wie rechtsradikal oder rassistisch die afd ist.

    okay.

    dann lasst uns diese debatte führen.

    aber bitte ehrlich.

    denn rassismus hat keine parteifarbe.

    ich habe selbst oft genug erlebt, wie sich menschen, die sich politisch für stockkonservativ und vollkommen anständig hielten, nach einigen gläsern alkohol plötzlich über „die ausländer“ ausließen.

    da fielen dann wörter, die ich hier gar nicht wiederholen möchte.

    und irgendwann kam nicht selten dieser wundervolle satz:

    „das darf man ja nicht laut sagen, aber unter hitler wäre das anders gelaufen.“

    ja.

    auch solche leute gibt es, und gar nicht einmal wenige.


    und nein:

    ich werde deshalb nicht behaupten, dass jeder cdu-wähler ein rassist ist.

    das wäre derselbe unsinn in grün.

    aber vielleicht sollten wir uns langsam von der kindischen vorstellung verabschieden, dass rassismus immer nur beim politischen gegner sitzt.

    er sitzt manchmal im eigenen verein.

    am eigenen stammtisch. im eigenen kleingarten. und manchmal sitzt er sogar im eigenen spiegel.


    deshalb ärgert mich dieser merz-satz so.

    nicht weil ich die afd verteidigen möchte.

    ich verteidige hier etwas anderes.

    die vernunft.

    die vernunft verlangt, politische gegner mit argumenten zu bekämpfen.

    die vernunft verlangt, begriffe nicht bis zur bedeutungslosigkeit zu überdehnen.

    die vernunft verlangt, zwischen einer harten migrationspolitik und tatsächlicher ethnischer Vertreibung unterscheiden zu können.

    und die vernunft verlangt vor allem von einem bundeskanzler, dass er seine worte wägt.

    denn friedrich merz ist nicht irgendein saufkumpan im schützenverein, der nach sechs jägermeistern größenwahnsinnige politische analysen zum besten gibt.

    er ist bundeskanzler.

    und genau deshalb darf man seine worte auch besonders kritisch betrachten.

    und nein, ich stelle keine ferndiagnose

    bevor jetzt jemand kommt und behauptet, ich würde dem bundeskanzler einen geistesdefekt unterstellen:

    nein.

    für eine psychische erkrankung friedrich merz' gibt es keinen beleg.

    punkt.


    aber ich erlaube mir sehr wohl die frage, welcher politische geisteszustand jemanden dazu bringt, eine parlamentarische opposition mit dem begriff „ethnische säuberung“ zu überziehen.

    das ist keine medizinische frage.

    das ist eine politische.

    und die darf gestellt werden.

    genauso wie wir sie bei donald trump stellen.

    nur vielleicht sollten wir langsam aufhören, immer nur über den vermeintlichen wahnsinn der anderen zu reden.


    genau hier liegt der eigentliche skandal.

    ein demokratischer staat braucht keine regierung, die ihre opposition mit moralischen vernichtungsbegriffen bekämpft.

    er braucht eine regierung, die argumentiert.

    eine opposition, die argumentiert.

    und bürger, die selbst denken.

    das ist manchmal anstrengend.

    es ist sogar verdammt anstrengend.

    viel einfacher ist es natürlich, dem anderen ein etikett aufzukleben.

    „faschist.“

    „rassist.“

    „volksverräter.“

    „ethnischer säuberer.“

    fertig.

    debattieren überflüssig.

    denken überflüssig.

    zuhören überflüssig.

    aber genau an diesem punkt wird demokratische politik gefährlich bequem.

    und deshalb platzt mir bei diesem wort tatsächlich der kragen.


    ethnische säuberung?

    nein, herr bundeskanzler.

    wenn sie der afd widersprechen wollen, dann widersprechen sie ihr.

    wenn sie ihre migrationspolitik für falsch halten, dann erklären sie warum.

    wenn sie bessere argumente haben, dann legen sie sie auf den tisch.

    aber werfen sie nicht mit begriffen um sich, deren historische Schwere größer ist als der politische Anlass, den sie damit beschreiben wollen.

    denn irgendwann geht es nicht mehr darum, wer recht hat.

    dann geht es nur noch darum, wer den anderen zuerst moralisch erledigt.

    und das ist keine besonders schöne form demokratischer kultur.

    das ist politische brandstiftung.

    und wer das feuer entfacht, sollte sich anschließend nicht darüber wundern, wenn es irgendwann auch auf ihn selbst übergreift.

    endlich spricht es einmal jemand aus …

    ich möchte mich zunächst einmal dafür bedanken, dass dieses thema überhaupt angesprochen wurde.


    denn wenn ich ehrlich bin, habe ich schon seit einiger zeit ein ganz ähnliches problem – und ich habe bisher kaum darüber gesprochen. nicht einmal mit freunden oder bekannten. irgendwie ist einem das thema rattenbefall unangenehm. man hat sofort das gefühl, andere könnten denken, bei einem sei es schmutzig, verwahrlost oder man würde seinen garten nicht in ordnung halten.

    dabei glaube ich inzwischen, dass genau dieses schweigen teil des problems ist.

    ratten können sich schließlich nicht nur dort ansiedeln, wo jemand seinen müll herumliegen lässt. auch ein gepflegter garten, eine wohnsiedlung, ein komposthaufen, tierfutter oder einfach die baulichen gegebenheiten einer umgebung können dazu beitragen, dass sich die tiere irgendwo dauerhaft niederlassen.

    und wenn man sie erst einmal hat, merkt man sehr schnell, wie schwierig die angelegenheit werden kann.

    ich habe mich deshalb ebenfalls damit beschäftigt, was man als privatperson überhaupt noch tun darf und was nicht. und je mehr ich darüber gelesen habe, desto größer wurde bei mir die verunsicherung.

    natürlich verstehe ich den gedanken hinter dem tierschutz.

    natürlich möchte niemand, dass tiere unnötig leiden.

    und natürlich sehe ich auch die problematik von gift, insbesondere wenn dadurch andere tiere gefährdet werden können.

    aber gleichzeitig reden wir hier über ratten. über tiere, die krankheiten übertragen können, lebensmittel verunreinigen, schäden verursachen und sich unter günstigen bedingungen ausgesprochen schnell vermehren.

    da stellt sich für mich irgendwann die frage:

    wo bleibt eigentlich der normale bürger, der plötzlich einen rattenbefall auf seinem grundstück hat?

    was soll man machen, wenn man die tiere nicht einfach dulden möchte, aber gleichzeitig weder irgendwelche verbotenen methoden anwenden will noch das geld hat, regelmäßig einen professionellen schädlingsbekämpfer zu bezahlen?

    genau deshalb finde ich es gut, dass du dieses thema hier eröffnet hast.

    denn ich habe den eindruck, dass viel mehr menschen betroffen sind, als man denkt – aber kaum jemand darüber spricht.

    vielleicht sollten wir deshalb einmal ganz offen darüber reden, ohne jemanden dafür zu verurteilen.

    wie viele von uns hatten oder haben tatsächlich ratten auf dem grundstück?

    welche erfahrungen habt ihr mit der bekämpfung gemacht?

    was hat funktioniert?

    was hat überhaupt nicht funktioniert?

    und vor allem:

    welche möglichkeiten bleiben einem normalen hauseigentümer oder mieter eigentlich noch, wenn er einen echten befall hat und gleichzeitig alles legal, tierschutzgerecht und bezahlbar machen möchte?

    ich würde mir wünschen, dass sich hier auch andere betroffene zu wort melden.

    vielleicht stellt sich dann nämlich heraus, dass wir mit diesem problem gar nicht so alleine sind, wie wir bisher gedacht haben.

    und vielleicht ist genau das der erste schritt, um darüber vernünftig zu diskutieren.

    Bin übers Abspannseil meiner Baugrube gestolpert und beim Ausfallschritt umgeknickt und mit vollem Gewicht drauf.

    und weil du in den letzten monaten und auch jahren soviel geklotzt hast, war dein gewicht wahrscheinlich gering genug dass die bänder nicht gleich gerissen sind.

    mal gut, dass du unmittelbar vorher keine deiner berühmten weihnachtsgänse verspeist hattest.

    :hat2:

    Die wenigsten Menschen lehnen heutzutage bspw. die Erfindung der hygienischen Erfindung des Spülklosetts ab, obwohl es duch die Römer erfunden wurde, die nachweislich für sämtliche Bauvorhaben ebenfalls Sklaven verpflichteten.

    lieber jesry,

    ich hoffe sehr, dass dieser beitrag lediglich ein versuch war, händeringend ein argument zu finden, dass dazu beitragen sollte, sklavenarbeit anhand geschichlicher ereignisse zu rechtfretigen, um wenigstens meinen überlegungen irgend etwas entgegen zu setzen.

    aus meiner sicht blendest du hierbei vollständig aus, dass wir uns länsgt nicht mehr im jahre "0" befinden, wo menschenrechte definitiv kein thema waren .

    genau genommen beschreibst du auch in deinem besipiel eine entwicklung, die erst auf basis unmenschlicher diktatbemühungen möglich war.

    sicher, es braucht für eine weiterentwicklung vielleicht bis heute auch immer einer führung .

    aber das berechtigt aus meiner sicht weder gestern noch heute zu einer unterjochung der schwächeren innerhalb einer gesellschaft.

    wo waren denn die überzeugten und privillegierten, die man dafür hätte gewinnen können, selbst hand anzulegen, anstatt die schmutzarbeiten durch die anderen, also die schwächeren verrichten zu lassen?

    insbesondere von braun hatte die wahl zwischen moralischen konflikten und erfüllung von planzahlen beiu der bereitstellung seiner v2 rakete.

    aus meiner sicht stellte er seine vision über das wohl vieler, wirklich vieler anderer menschen, und er entschied sich zum vorauseilendem gehorsam, um seine eigenen ziele zu verwirklichen.

    gut, er mag die menschheit auf den mond gebracht haben, aber was hat denn die menschheit wirklich davon gehabt, wenn dieses erfolgerlebnis nur durch ein ungerechtes und rücksichtsloses verhalten gegenüber der eigenen rasse ermöglicht wurde.

    wir, du und ich, leben auf der erde, und hier spielt doch eigentlich auch die musik.

    schön wir sind auf dem mond gelandet, aber wo liegt hier der benefit für die geamte menschheit, wenn es nur darum ging die möglichkeiten ad beweis zu führen ?

    und nun ???

    norwegen ist raus und der neue stern am fussballhimmel names haaland wird aller voraussicht nach noch vor dem ende der wm-2026 längst wieder verblasst sein.

    leider konnte ich die gestrige begegnung nicht mitverfolgen, weil sie in d-land von magenta gekapert wurde, was für ein 1/4-finalspiel eine echte frechheit gegenüber den treuen gez-gebürenzahlern war.

    grundsätzlich schient mir diese wm ohnehin die kommerziellste veranstaltung bisher zu sein.

    bereits im vorfeld wurde ja verlautbart, dass die karten für das finalspiel exorbitant höher sein würden als jemals zuvor.

    aus alter verbundenheit zu jesry hoffe ich nun sehr, dass england nach 60 jahren den pott nun endlich wieder einmal holen wird.

    ich mag den englischen fussball ehrlich gesagt auch seit langem sehr gerne, obwohl ich dem fussballzirkus im allgemeinen eigentlich keine grösser beachtung schenke.

    ich hege seit jeher eine symathie für die inselaffen (mein schwiegervater nannte sie gerne so) in ihren, selbbstbewusst zur schau gestellten kurzwasserbuxen und dem gemeinhin bemitleidenswerten kleidungsstil .

    und auch wenn die englische küche in den meisten der kontinental lokalisierten nationen als schlecht verschrieen ist, rate ich jedem vorurteilsfreien besucher der insel, enfach einmal fish&chips mit einer tüchtigen prise essig (vinegar), oder in einem mittagskaffee eine portion blood-pudding mit mashed potatoes zu probieren.

    und wenn man sich erst einmal getraut hat, dies zu probieren, dann findet man im nachhinein auch wirlich gefallen daran.

    ich selber, der regelmässig dorthin reist, lasse das heutzutage nicht mehr aus.

    dem unerfrahrenen besucher würde ich jedoch davon abraten, ein fish&Chips unter verwendung von catshark (katzenhai) zu kosten.

    besser und auch verträglicher, ist da die klassische zubereitungsvariante mit kabeljau (cad) .

    was bleibt zu sagen ?


    england vor, noch ein tor.

    ....aber das Thema "Schauspieler" schreit für mich nahezu danach, hier ein paar Meilensteine zu den erwähnten Personen zu setzen...

    ob du es glaubst oder nicht, genau darüber habe ich schon einmal nachgedacht, aber es fällt mir nicht immer leicht aus einem gesteckten rahmen auszubrechen.

    ich bin ehrlich gesagt sehr darauf gespannt was JESRY dazu zu sagen hat.

    ich habe deinen beitrag aufmerksam gelesen, @ jesry.

    und ich will dir eines zugestehen: dein gedankengang ist wesentlich differenzierter, als ich zunächst angenommen hatte. du versuchst nicht, die geschichte umzuschreiben. du versuchst vielmehr, sie aus der sicht eines ingenieurs zu betrachten, der in einer diktatur lebte und dessen lebenswerk ohne die politischen umstände jener zeit vermutlich niemals diese dimension erreicht hätte.

    das kann ich nachvollziehen.

    aber genau an diesem punkt beginnt für mich das eigentliche problem.

    du beschreibst die zwänge des systems.

    ich frage nach den grenzen des menschen.

    denn wenn wir akzeptieren, dass ein mensch sich den umständen seiner zeit unterordnen durfte, weil er andernfalls seine träume hätte aufgeben müssen, dann geraten wir auf einen gefährlichen weg.

    es gibt einen unterschied zwischen erklären und entschuldigen.

    du erklärst sehr überzeugend, weshalb wernher von braun so gehandelt haben könnte.

    aber folgt daraus automatisch, dass sein handeln deshalb auch moralisch nachvollziehbar wird?

    ich meine: nein.

    gerade in den dunkelsten zeiten zeigt sich doch, ob ein mensch einen inneren kompass besitzt.

    du fragst nach den maßstäben des 21. jahrhunderts.

    ich frage nach einem maßstab, der älter ist als jedes jahrhundert.

    Zitat

    „was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“

    dieser gedanke ist keine moderne erfindung.

    er ist älter als jedes politische system.

    älter als jedes reich.

    älter als jede ideologie.

    man muss kein philosoph sein, um zu begreifen, dass ein mensch, der unter zwang arbeitet, leidet.

    man muss kein theologe sein, um zu erkennen, dass ein hungernder mensch hunger hat.

    und man muss kein historiker sein, um zu verstehen, dass ein geschlagener mensch schmerzen empfindet.

    deshalb frage ich mich, ob wir die moralische verantwortung eines menschen wirklich so weit an die umstände delegieren dürfen.

    du schreibst, von braun sei ingenieur gewesen.

    das bestreite ich nicht.

    aber bevor er ingenieur war, war er mensch.

    und bevor irgendein staat von ihm gehorsam verlangte, besaß er bereits ein gewissen.

    ich glaube nicht, dass ein diktator einem menschen seinen moralischen kompass nehmen kann.

    er kann ihn einschüchtern.

    er kann ihn bedrohen.

    er kann ihn zum schweigen bringen.

    aber er kann ihn nicht abschaffen.

    deshalb fällt es mir schwer, einen visionär ausschließlich über seine vision zu definieren.

    denn jede vision muss sich irgendwann die frage gefallen lassen, welchen preis andere menschen für sie bezahlen mussten.

    und genau dort endet für mich die verantwortung des systems.

    und genau hier beginnt auch die verantwortung des einzelnen.

    ich habe lange überlegt, ob ich mich zu diesem beitrag überhaupt äußern soll.

    um ehrlich zu sein, habe ich den eingangsartikel inzwischen dreimal gelesen.

    nicht deshalb, weil er schlecht geschrieben wäre – ganz im gegenteil. gerade weil er sprachlich so eindrucksvoll ist und weil man die begeisterung des autors für wernher von braun in jeder zeile spürt, halte ich eine gegenstimme für notwendig.

    beim ersten lesen ließ ich mich von dieser begeisterung tragen.

    beim zweiten lesen begann ich nachzudenken.

    beim dritten lesen fragte ich mich schließlich, ob dieser text nicht genau das tut, was viele biographien über große persönlichkeiten tun: er lässt den glanz ihrer leistungen langsam heller werden als den schatten ihrer geschichte.

    ich möchte deshalb einen anderen blick auf denselben menschen werfen.

    niemand wird ernsthaft bestreiten, dass wernher von braun zu den bedeutendsten ingenieuren des 20. jahrhunderts gehörte. seine visionen haben die raumfahrt nachhaltig geprägt. ohne ihn hätte das apollo-programm vermutlich einen anderen verlauf genommen.

    aber genau deshalb dürfen wir die moralische seite seiner biographie nicht auf einige wenige sätze reduzieren.

    denn die raketen, die später den weg zum mond ebneten, entstanden nicht im luftleeren raum.

    sie entstanden in einem staat, der millionen menschen entrechtete, versklavte und ermordete.

    spätestens mit der verlagerung der produktion in das mittelwerk wurde die v2 zu einem symbol dafür, wie eng technischer fortschritt und menschliches elend miteinander verbunden sein konnten.

    dort arbeiteten tausende kz-häftlinge und zwangsarbeiter unter bedingungen, die jeder beschreibung spotten. menschen wurden buchstäblich als austauschbares material behandelt. hunger, krankheiten, misshandlungen und erschöpfung gehörten zum alltag. viele überlebten diese arbeit nicht.

    es waren keine tragischen einzelfälle.

    es war teil des systems.

    und genau an diesem punkt fällt es mir schwer, die begeisterung für den ingenieur von der realität seiner arbeitswelt zu trennen.

    natürlich weiß ich, dass häufig argumentiert wird, wernher von braun habe in erster linie von der raumfahrt geträumt und nicht vom krieg.

    das mag sogar stimmen.

    aber träume entbinden niemanden von verantwortung.

    wer eine leitende stellung in einem der wichtigsten rüstungsprogramme des dritten reiches innehatte, konnte sich den umständen nicht vollständig entziehen.

    von braun war kein lehrling.

    er war kein einfacher konstrukteur.

    er war einer der führenden köpfe eines projekts, das mit den ressourcen eines verbrecherischen staates verwirklicht wurde.

    dabei geht es mir gar nicht um die frage, ob er persönlich jeden einzelnen missstand verursacht oder angeordnet hat.

    es geht um etwas grundsätzlicheres.

    kann man sich auf den standpunkt stellen, ausschließlich ingenieur gewesen zu sein, wenn die eigene arbeit nur deshalb in diesem umfang möglich war, weil tausende menschen unter zwang arbeiteten?

    ich meine: nein.

    denn wissenschaftliche größe bedeutet nicht nur technische verantwortung.

    sie bedeutet auch moralische verantwortung.

    je größer der einfluss eines menschen ist, desto größer wird auch seine verpflichtung, hinzusehen.

    deshalb überzeugt mich der gedanke nicht, dass sich lediglich der zweck der technik verändert habe.

    denn bevor dieselbe technik menschen zum mond brachte, brachte sie anderen menschen leid.

    und dieses leid war nicht bloß eine randnotiz der geschichte.

    es war eine voraussetzung dafür, dass die damalige raketenproduktion überhaupt jene dimension erreichen konnte.

    gerade deshalb halte ich es für problematisch, wernher von braun in erster linie als visionär zu betrachten.

    seine vision mag echt gewesen sein.

    aber sie wurde über viele jahre in einer wirklichkeit verwirklicht, die ohne zwangsarbeit, terror und ein verbrecherisches regime nicht denkbar gewesen wäre.

    wer von braun gerecht werden will, muss deshalb auch denjenigen gerecht werden, deren namen heute kaum noch jemand kennt, obwohl ihre hände jene raketen bauten, deren konstrukteur später als vater der mondrakete gefeiert wurde.

    erst wenn beide seiten gemeinsam erzählt werden, beginnt aus meiner sicht historische ehrlichkeit.

    ich denke mal, das jeder unserer geneigten leser weiss, was ein schaschlick ist.

    die meisten kennen das schaschlick als einen spiess, der abwechselnd mit zwiebeln und fleisch gespickt ist und mit einer leckeren ketchupwürzsosse serviert wird.

    auch ich kenne schaschlick auf diese art, und ich habe es immer genossen.

    was mich aber immer gestört hatte, wer der umstand, dass man den spiess (meist hozstäbchen) mühselig leerziehen muss, was nicht selten mit einer kleckerei in verbindung stand.

    letzen winter haben ich und meine familie beschlossen, das schaschlick entgegen jeder tradition nicht mehr aufzuspiessen.

    heutzutage kochen wir einen topf voll mit geschälten zwiebeln in wasser mit viel currypulver, salz und nicht zuwenig zucker.

    zeitgleich braten wir dazu separat die fleischwürfel (schweinfleisch) an.

    wenn der anbratvorgang für das fleisch erledigt ist, dann holen wir die vorgekochten zwiebeln aus dem kochwaser und legen sie mit zu den angebratenen fleischstücken mit in den topf-

    das wasser in dem die zwiebeln angekocht wurden, schütten wir natürlich nicht weg, sondern wir füllen es mit einem guten schluck cola auf, und dann verdicken wir den sud einer ganzen flasche ketchup.

    der/das ketchup darf übrigens der/das billigste sein, den/das man im supermarkt erwerben kann.

    die hieraus enstandene,sehr flüssige soße schütten wir dann über das geschmorte fleisch mit den zwiebeln und lassen es solange köcheln, bis wir vor lauter appetitt und düften unsere fressgier nicht mehr unterdrücken können um das das ergebnis zu kosten.

    vorzusgweise servieren wir das ergebnis mit pommes.

    wenn euer ergebnis am ende wirklich dick eingekocht ist, dann bleibt davon garantiert nichts mehr übrig.

    und noch besser, ihr werdet nie wieder ein anderes schaschlick zubereiten wollen.


    guten appetitt !

    es ist schon mehr als zynisch vertote für die nutzung von social media apps für unte 14-jährige in erwägung zu ziehen.

    spätestens dann, wenn die eltern der zielgruppe solche bedingungen gesetzeskonform durchsetzen möchten, sind sie aufgrund eigener digitaler inkomptenz nicht selten darauf angewiesen ihre kinder (< 12 jahre ) bei der einrichtung der "hilfreichen" apps zu bemühen :rofl1:

    die entwicklung des us-dollars ist echt ominös, denn innerhalb eines einzigen tages sind up und downs innerhalb eines prozentpunktes längst keine seltenheit mehr.

    gemessen am vermögen eines elon musk bedeutet die ab- bzw. aufwertung des dollars um 1 cent rund 3,5 milliarden dollar.

    solche sorgen hätte ich selber gerne :hat3:


    in deutschland - also dem euro-raum - würden derlei sprünge durchaus zu panikreaktionen und zu aufforderungen von sondersitzungen im eu-parlament führen.