„Wider das Amt in Grau – Schreibwerkstatt für Pflegende“
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Klingt ja erstmal nach einer echt spannenden Idee… Ich frag mich gerade, wie so eine Schreibwerkstatt für Pflegende überhaupt abläuft? Also sitzen da Leute zusammen und schreiben quasi über ihren Alltag im Job? Oder geht’s eher um kreative Geschichten, die bisschen Abstand vom Pflege-Stress geben sollen? Ist jetzt vielleicht ne doofe Frage, aber: Kann das helfen, sich den Frust von der Seele zu schreiben, oder braucht es dafür eigentlich noch was Anderes?
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Weder das eine, noch das andere !!!
Ich muss zugeben, dass sich der Titel nicht jedem erschließen kann, und schon gar nicht denen, die keinerlei Berührung mit dem Thema haben, wie es offensichtlich auch bei Dir der Fall zu sein scheint.
Auf der anderen Seite sind da aber noch die Menschen, die tagtäglich vor höchsten bürokratischen Hürden stehen, die überwunden werden müssen, um z.B. finanzielle Unterstützung bei der häuslichen Pflege zu erhalten, die erforderlich ist, weil bspw. zugesprochen Pflegezuschüsse bei weitem nicht ausreichen um die häusliche Pflege adäqut stattfinden zu lassen.
Ein kleines Besipiel:
Eine zu pflegende Person bekommt in NRW bei festgestellter Inkontinenz täglich 2 Stk. Windeln als Pflegemittel kostenfrei zugesprochen.
Die unterschiedliche Ausprägung der Inkontinez und die individuellen Bedürfnisse spielen dabei keine Rolle.
In unserem Fall ist/war die Inkontinenz des pflegebedürftigen Menschen, dessen Ernährung über 11 Jahre ausnahmslos über eine Magensonde erfolgte, extrem ausgeprägt.
Ohne es zu es beschönigen sage ich es einfach frei raus:
Die pauschale Bewilligung von zwei Inkontinenzartikeln pro Tag ignoriert bewusst die medizinische Realität schwerstpflegebedürftiger Menschen und steht im direkten Widerspruch zu anerkannten Pflegestandards.
Bei ausgeprägter Inkontinenz – insbesondere bei dauerhafter Sondenernährung – ist ein mehrfacher täglicher Wechsel zwingend erforderlich. Ein Unterlassen oder Verzögern des Windelwechsels erhöht nachweislich das Risiko von Hautschäden, Infektionen und Dekubitus und stellt damit keine Kostenersparnis, sondern eine gesundheitliche Gefährdung dar.
Wenn Krankenkassen einerseits präventive Pflege zur Vermeidung von Folgeschäden einfordern, andererseits aber die hierfür notwendigen Mittel pauschal begrenzen, entsteht ein systemischer Widerspruch: Prävention wird gefordert, ihre praktische Umsetzung jedoch finanziell verhindert.
Die daraus entstehenden Mehrkosten werden faktisch auf Angehörige verlagert. Dies bedeutet nicht nur eine erhebliche finanzielle Belastung, sondern auch eine moralisch fragwürdige Verschiebung der Verantwortung für eine medizinisch notwendige Versorgung.
Eine bedarfsunabhängige Deckelung pflegerischer Hilfsmittel wird der individuellen Situation pflegebedürftiger Menschen nicht gerecht und widerspricht dem Grundsatz einer würdevollen, bedarfsgerechten Pflege.
Und genau hierin begründet sich meine Intention zu diesem Thraed.
Denn vielleicht kann man mit gemeinsamer Kraft Überzeugungsarbeit leisten, indem man die, für die memschengerechte Versorgungsleistung Verantwortlichen mit dieser Problematik offen konfrontiert.