Organspendeausweis

  • Moin zusammen :)

    Vor sechs Jahren wurde hier im Forum schon einmal über das Thema Organspende diskutiert.
    Mich würde interessieren, ob sich eure Einstellungen und Meinungen zu diesem Thema mittlerweile geändert haben.

    In vielen Gesprächen habe ich festgestellt, dass Menschen doch immer wieder Berührungsängste bei dem Gedanken haben. Oft ist mir auch eine gewisse Gleichgültigkeit begegnet und auch die Angst, ob wirklich alles mit rechten Dingen zugeht.

    Wisst ihr von euren nächsten Angehörigen, ob sie einen Organspendeausweis haben, oder ob sie die Organspende ablehnen? Ich stelle diese Fragen, weil Angehörige oft vor diesen schwierigen Entscheidung stehen und nicht wissen, was dem Verstorbenen gerecht geworden wäre.

    Bevor jetzt die Frage kommt, ja, ich habe einen Organspendeausweis. Ich glaube an soviel mehr nach dem Tod und ich hatte bis jetzt soviel Glück in meinem Leben und im Leben meiner Kinder, dass ich es einfach nur gerecht finde, um Fall der Fälle selbst Spender zu werden.

    Mit lieben Grüßen Luc ;)

    Den unverbesserlichen Optimisten gehört die Welt ;)

    • Offizieller Beitrag

    Habe mal schnell in den Forentiefen gebuddelt und den betreffenden Thread gesucht organtransplantation

    Ich selber habe keinen Spenderausweis. Warum kann ich eigentlich nicht beantworten, Gleichgültigkeit ?

    Eigentlich habe ich darüber noch nicht nachgedacht und wenn man nicht selber betroffen ist, treibt einen das auch nicht.

  • Erst einmal Danke fürs "buddeln" :)

    Gerade das "selber nicht betroffen sein" könnte ein guter Grund sein, sich über dieses Thema einmal in Ruhe Gedanken zu machen.

    Liebe Grüße Luc

    Den unverbesserlichen Optimisten gehört die Welt ;)

    • Offizieller Beitrag

    Naja ich würde nicht mal wissen wo ich so einen Ausweis bekommen würde.

    Ich gehe absolut ungern zum Arzt, nur notgedrungen und am besten mit Frau :D

    Ich bin ja ziemlich viel unterwegs, also mindestens einmal in der Woche so rund 1200 km. Mal mehr mal weniger. Es gibt da keinen Tag wenn ich fahre, wo es keinen Unfall gibt. Da bin ich, hoffe ich aber erst mal nicht, irgendwann mal auf Hilfe angewiesen. Da sollte ich mit dem Spenderausweis auch anderen Hilfe anbieten.

    Nachdenkenswert allemal.

  • Moin Robert :)

    Warum nur gehen Männer eigentlich immer so schrecklich ungern zum Arzt? "g"

    Also ich hab meinen Ausweis damals von meiner Gynäkologin bekommen, aber zu ihr möchte ich dich wahrlich bei der Arztphobie nicht treiben, obwohl es mit Sicherheit ein Bild für die Götter wäre.

    Deshalb hab ich mich ein bissle kundig gemacht und unter

    http://www.organspende-info.de/extra/bestells…nspendeausweis/

    eine Anlaufstelle gefunden, die sehr gute Aufklärungsarbeit leistet und den Vorteil hat, daß du dir dort direkt einen Organspendeausweis runterladen kannst. Somit entfällt ein Gang zum Arzt ,-)

    Eine andere Möglichkeit bietet sich durch Apotheken. Bei vielen bekommt man einen Ausweis.

    Erwähnenswert wäre im Vorfeld vielleicht noch, daß man sich auch nur für bestimmte Körperteile und Organe zum Spenden bereit erklären kann, oder eben auch manche ausschließen kann.

    Auf alle Fälle finde ich es Klasse, daß du bereit bist, dich diesem sensiblen Thema zu nähern :) Danke!

    Liebe Grüße Luc

    Den unverbesserlichen Optimisten gehört die Welt ;)

  • Vorab: Ich habe auch einen Organspendeausweis, schon seit vielen Jahren. Den gibt es sogar in der Apotheke. Man muss nur mal nachfragen.

    Gestern Abend konnte man bei "Beckmann" im Fernsehen etwas über Organspende lernen. Da war der palästinesische Vater, dessen Sohn von israelischen Soldaten beim Spielen erschossen wurde ... erinnert Ihr Euch? Er hat die Organe seines Sohnes zur Transplantation frei gegeben, unter anderem für ein israelisches Kind.
    Das nur nebenbei.

    Was man auch erfahren konnte war, dass es in anderen Ländern (ich glaube als Beispiel wurde Spanien genannt) keinen Organspendeausweis gibt, sondern man einen Ausweis dafür haben muss, wenn man seine Organe nicht spenden möchte. Dort ist die Transplantationsrate sehr viel höher als in Deutschland.

    Was haltet Ihr davon?

    Ein Funke, kaum zu sehen, entfacht doch helle Flammen.  [color=#000000]eg 659

  • Zitat

    kolibri schrieb: Was man auch erfahren konnte war, dass es in anderen Ländern (ich glaube als Beispiel wurde Spanien genannt) keinen Organspendeausweis gibt, sondern man einen Ausweis dafür haben muss, wenn man seine Organe nicht spenden möchte. Dort ist die Transplantationsrate sehr viel höher als in Deutschland.

    für Patienten wie mich wäre das auf jeden Fall eine gute Alternative.

    Fange ich nämlich einmal an, mir Gedanken zu machen - Organspende, ja oder nein - dann werde ich sehr unsicher und misstrauisch. Das verhindert wiederum, dass ich die Bereitschaft aufbringe, obwohl ich imgrunde pro Organspende bin.

    Und ich kann mir nicht einmal vorstellen, dass Gott etwas dagegen hätte, wenn meine Organe einem anderen Menschen helfen können.

    Für den guten Zweck bin ich immer - nur nicht, wenn es dabei um grenzwertige Maßnahmen gehen sollte. Vertrauen muss ich ja den Fachkräften, dass sie sorgfältig und verantwortungsvoll mit den Organen UND mit den Menschen umgehen.

    Ja, da muss ich einfach vertrauen. Aber das Vertrauen schwindet immer mehr, da die Medien es schaffen, mit einigen Bildern und Berichten, mir weiszumachen, dass es in vielen Fällen mal wieder nur um das schnelle Geldverdienen geht.

    Und da denke ich dann bei mir, geht das alles noch mit rechten Dingen zu?

    Wenn mit lebenswichtigen Organen Handel betrieben wird, hört meine Gutgläubigkeit irgendwo auf.

    Nun, in letzter Zeit ist es wieder etwas ruhiger geworden um diese Horrormeldungen .. was bestimmt auch günstiger ist, meinen Glauben an die Menschheit zurück zu erlangen.

    Wenn es denn so einfach ist, sich einen Ausweis zu beschaffen, warum nicht? Würde sogar wieder zur Blutspende gehen. Aber seit ich Blutverdünner nehmen muss, ist es wohl Essig mit meinem Blut?

    Ob meine Kinder einen Organspendeausweis besitzen, weiß ich gar nicht. Aber ich werde sie mal fragen.

    :kitty:
    ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert

  • Moin zusammen :)

    ich finde die Regelung der "freien" Entscheidung, ob ich spende oder nicht ehrlich gesagt besser.
    So ist jedem die Möglichkeit gegeben, sich intensiv mit diesem Thema auseinander zu setzen und sich auch zu verweigern.
    Ich weiss, daß in diesen Ländern natürlich die Möglichkeit besteht, sich aktiv zu verweigern, aber ich denke, daß da durch die schon angesprochene Unwissenheit und Bequemlichkeit viele zum Organspender werden, die es vielleicht gar nicht wollten.

    Und ich bin mir nicht sicher, ob man als Empfänger nicht noch schwerer an so einem "Geschenk" trägt, wenn man nicht 100 % weiss, daß der Spender sich aktiv Gedanken gemacht und seine Einwilligung erteilt hat.

    In meinen Augen müsste einfach eine breiter angelegte Aufklärung statt finden. Beginnend im Elternhaus und in den Schulen, bei Firmen usw.
    Nur wer aufgeklärt und allumfassend von Fachleuten informiert ist, trägt sich leichter und sicherer in seiner Entscheidung ob oder ob nicht.

    Aber vielleicht liegt es auch in unserer Natur, daß wir erst nach etwas verlangen, wenn wir es selber, oder uns nahe stehende Menschen dringend benötigen.

    Als unverbesserliche Optimistin jedoch glaube ich an den Sieg der eigenen Verantwortung gegenüber Dritten, an Mitgefühl und an ein Erkennen, daß über den eigenen Tellerrand hinaus schauen Erfolge bringen kann.

    Mit lieben Grüßen
    Luc

    Den unverbesserlichen Optimisten gehört die Welt ;)