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Star im Exil

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Donnerstag, 10. August 2006, 16:40

Übersicht über die Entwicklungen im Nordkrieg seit 2000

Am 24. Juli 2000 bestätigt UN-Generalsekretärs Kofi Annan dem Präsidenten des Sicherheitsrats den vollständigen Rückzug Israels aus Südlibanon. Die Resolution des UN-Sicherheitsrats 1559 (http://www.un.org/Depts/german/sr/sr_04/sr1559.pdf) fordert die Stationierung libanesischer Truppen im Süden des Libanon.

Gleichzeitig gibt Ministerpräsident Ehud Barak folgende Erklärung ab:

"Von nun an ist die Regierung Libanons verantwortlich für das, was in ihrem Territorium geschieht, und die libanesische und syrische Regierung sind dafür verantwortlich, Terroranschläge oder feindliche Aggressionen gegen Israel zu verhindern, das sich ab heute innerhalb seiner eigenen Grenzen befindet."

7. Oktober 2000 - Entführung von drei Soldaten von Har Dov: Adi Avitan, Omer Soued, Binyamin Avraham

26. November 2000 - Eine Sprengladung detoniert neben einem IDF Konvoi, der IDF Soldat Khalil Taher wurde getötet und zwei weitere Soldaten wurden verletzt.

1. April 2001 - Eine 42-jährige Israelin wird in Haifa erstochen. Für den Mord ist eine Terrorzelle verantwortlich, die im Juli ausgehoben wurde. Sechs Mitglieder einer mit der Hisbollah verbundenen palästinensischen Terrorzelle übernahmen nach der Verhaftung die Verantwortung für die Initiations-Tat.

16. Februar 2001 - Beschuss eines IDF Konvois auf dem Har Dov. IDF Soldat Elad Shneor wird getötet, drei weitere werden verletzt.

28. April 2001 - Ein 60-jähriger Israeli wird in Kfar Ba'aneh nahe Carmiel in Galiläa erstochen. Drei dafür verantwortliche Terroristen wurden im Juli festgenommen. Auch dieser Mord war eine Initiations-Tat für eine neue Terrorzelle.

14. April 2001 - Beschuss eines IDF Konvois am Har Dov. IDF Soldat Elad Litvak wird getötet.

12. März 2002 - Infiltration: In einem Beschuss an der Shlomi-Metzuba Straße werden sechs israelische Zivilisten getötet, darunter Leutnant German Rojkov.

29. August 2002 - Beschuss eines IDF Konvois am Har Dov. IDF Soldat Ofer Misali wird getötet, zwei weitere werden leicht verletzt.

7. Mai 2003 - Hisbollah greift IDF Positionen in Har Dov mit schweren Raketen, Mörsergranaten und Gewehren an. Ein israelischer Soldat wird getötet, fünf weitere verletzt.

20. Juli 2003 - Hisbollah-Heckenschützen schießen auf einen Außenposten nahe Shtula, wobei zwei Soldaten getötet werden.

10. August 2003 - Haviv Dadon, 16, aus Shlomi, wurde von einem Schrapnell in der Brust getroffen und getötet, als die Hisbollah eine Fliegerabwehrrakete aus dem Libanon abfeuerte, vier weitere wurden verletzt.

6. Oktober 2003 - Stabsunteroffizier David Solomonov wurde getötet, als die Hisbollah südlich des Fatma Gate im östlichen Sektor auf eine IDF Truppe schießt. Zusätzlich feuert sie Raketen auf einen IDF Posten in der Gegend von Reches Ramim.

19. Januar 2004 - Eine Panzerabwehrrakete wurde auf eine IDF Einheit geschossen, als sie Sprengladungen nahe Zari't entschärfte. Ein IDF Soldat, Yan Rotzenski, wurde getötet und ein weiterer schwer verletzt.

7. Mai 2004 - Beschuss am Har Dov Sektor: IDF Soldat Dennis Leminov wurde getötet, und zwei weitere schwer verletzt.

20. Juli 2004 - Hisbollah-Heckenschütze beschießt einen IDF Posten im westlichen Sektor der israelisch-libanesischen Grenze. Zwei Soldaten werden getötet.

9. Januar 2005 - Eine Sprengladung detonierte in einer IDF Patrouille in Nahal Sion. Ein israelischer Soldat und ein UN Offizier wurden getötet.

7. April 2005 - Entführung von zwei israelischen Arabern aus dem Dorf Rajar an der israelisch-libanesischen Grenze von der Hisbollah, die für vier Tage festgehalten werden, um Informationen über Israel zu erpressen.

29. Juni 2005 - Mehr als 20 Mörsergranaten wurden über die Grenze geschossen. Der Hauptgefreite Uzi Peretz von der Golani-Einheit wurde getötet und vier weitere verletzt, darunter auch der Arzt der Einheit. Bei dem Gefecht wurden von Hubschraubern und Flugzeugen fünf Hisbollah-Stellungen in der Region um Reches Ramim beschossen.

29. Juli 2005 - Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet auf der 5241. Sitzung die Resolution 1614:
http://www.un.org/Depts/german/sr/sr_05/sr1614.pdf

21. Nov. 2005 - Ein Entführungsversuch wurde vereitelt, als eine Fallschirmjägerpatrouille nahe Rajar eine angreifende Hisbollaheinheit entdeckte. Der Gefreite David Markovitz erschoss alle 4 Angreifer.
Bei einem schweren Mörsergranaten- und Katyusha-Angriff wurden 9 Soldaten und zwei Zivilisten verletzt.

27. Dez. 2005 - Eine Terroreinheit, die mit der Al-Qaida verbunden ist, feuert 6 Katjuscha-Raketen ab, die ein Haus in Kiryat Shmona und ein Haus in Metulla zerstören. Als Reaktion greift die IAF ein Trainingslager der Volksfront im Süden Beiruts an.

17. Mai 2006 - Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet auf der 5440. Sitzung die Resolution 1680:
http://www.un.org/depts/german/sr/sr_06/sr1680.pdf

27. Mai 2006 - Ein IDF Soldat wird durch Katjuscha-Raketen verletzt, die auf einen Militärstützpunkt am Berg Meron in Galiläa angeschossen wurde.

12. Juli 2006 - In einem akribisch geplanten Angriff der Hisbollah sind Terroristen nach Israel eingedrungen und haben eine Panzerabwehrrakete auf eine IDF Patrouille entlang der westlichen Grenze nahe Zarit gefeuert, wobei acht Soldaten getötet und zwei entführt wurden.
Zusätzlich begann der andauernde Raketenbeschuss durch die Hisbollah auf zivile Ziele, nämlich die Städte und Dörfer im Norden Israels von libanesischem Territorium aus.

Israels Operation gegen die Hisbollah beginnt.

Quelle: Ministry of Foreign Affairs, 2006

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Donnerstag, 10. August 2006, 17:19

RE: Übersicht über die Entwicklungen im Nordkrieg seit 2000

Zitat

star im exil


Uff. Das klingt melodramatisch. So wie gerade noch im Kriegsgebiet gewesen. Irgendwie so... persönlich beteiligt.

Aber auch ein bissl doof 8)

Eine schöne Aufstellung, Star. Nun hätte ich gern auch noch die andere Seite, damit ich mir ein Bild machen kann.

Das klingt mir leider irgendwie alles zu sehr nach BILD.

Da notierst Du jeden gefallenen Israeli und beschränkst Dich danach lediglich auf den Satz: "Israels Operation gegen die Hisbollah beginnt." ... ganz so, als wär das eine sowas von humane und legitime Operation...

Bei so einer einseitigen Sicht der Dinge, klingt die Überschrift

Zitat

Übersicht über die Entwicklungen im Nordkrieg seit 2000


ein bissl sehr zynisch.

Ne, sorry, Star, aber da musst Du aus'm Exil nochmal ein bissl was nachlegen ;)
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Robert

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Freitag, 11. August 2006, 08:07

Teil 1

Zitat

Israel und Palästina – ein historischer Rückblick
Besetzung und Siedlungspolitik sind die Schlüsselfragen

Die nachfolgende Zusammenstellung wichtiger historischer Etappen der israelisch-palästinenischen Beziehungen verdanken wir einem Artikel, der am 6. April 2002 im "Neuen Deutschland" erschien. Wir fassen die wesentlichen Punkte zusammen.

Von Knut Mellenthin

...
Nach dem ersten Weltkrieg übertrug der Völkerbund, der Vorläufer der UNO, Palästina als Mandatsgebiet an Großbritannien, mit der Maßgabe, dort eine jüdische »Heimstätte« zu schaffen. Zwischen 1922 und 1936 wuchs der jüdische Bevölkerungsanteil im Mandatsgebiet von 86.000 (11 Prozent) auf 400.000 (30 Prozent). Der am 29. November 1947 beschlossene UNO-Teilungsplan sah die Bildung eines jüdischen und eines arabischen Staates vor. Während nicht viel mehr als ein Drittel der Bevölkerung Palästinas Juden waren, sollte der jüdische Staat 54 Prozent des Territoriums erhalten. Als Hintergrund dieser Resolution ist zu sehen, dass nach dem Völkermord des deutschen Nationalsozialismus an den europäischen Juden der internationale Rückhalt für die Bildung eines lebensfähigen jüdischen Staates mit einem aufnahmefähigen Territorium sehr groß war.

Unrealistischer Teilungsplan

Der UNO-Teilungsplan von 1947 bedeutete aber auch, dass zahlreiche Dörfer und mehrere Städte mit ausschließlich arabischer Bevölkerung (insgesamt rund 500.000 Menschen) gegen ihren Willen dem Staat Israel zugeschlagen werden sollten und dass jeder der beiden Staaten aus drei voneinander getrennten bzw. nur durch enge Korridore miteinander verbundenen Teilgebieten bestehen sollte. Angesichts der Tatsache, dass die Feindseligkeit zwischen beiden Bevölkerungsgruppen sehr hoch war – gerade damit begründete die UNO ihren Teilungsbeschluss! – waren mit dieser Landkarte Konflikte programmiert. Nicht nur die arabische Seite lehnte den UNO-Teilungsplan ab. Auch die von den späteren israelischen Regierungschefs Begin und Schamir geführten rechten Milizen Irgun und Lehi erklärten, der Vorschlag sei illegal und für das jüdische Volk nicht bindend.

Als unmittelbare Reaktion auf die UNO-Teilungsresolution verschärfte sich die bewaffnete Konfrontation zwischen den Bevölkerungsgruppen. Anfang April 1948 begannen die zionistischen Milizen eine koordinierte Großoffensive gegen die überwiegend arabisch besiedelten Gebiete. In wenigen Wochen erreichten sie fast vollständig die im Teilungsplan vorgesehenen Linien. Eine Massenflucht der arabischen Bevölkerung setzte ein, besonders nachdem das von den rechtszionistischen Milizen begangene Massaker im Dorf Deir Jasin bekannt wurde. Als am 14. Mai 1948 das britische Mandat endete und der Staat Israel offiziell proklamiert wurde, griffen die arabischen Nachbarstaaten, insbesondere Jordanien und Ägypten, in die Kämpfe ein. Entgegen immer noch verbreiteten falschen Darstellungen – Israel habe gegen eine 25-fache Übermacht um seine nackte Existenz kämpfen müssen – setzten die arabischen Staaten zu keiner Zeit mehr als insgesamt 50.000 Soldaten ein. Das waren weniger, als Israel selbst zu dieser Zeit mobilisieren konnte. Die arabische Intervention stellte für die Streitkräfte des jungen Staates kein wirkliches militärisches Problem dar.

Als Ergebnis des Krieges von 1948/49 vergrößerte Israel sein Territorium gegenüber dem UNO-Teilungsplan um rund 50 Prozent. 600.000 bis 700.000 Araber wurden während des Krieges gewaltsam vertrieben oder flohen vor den Kampfhandlungen. Eine Rückkehr wurde ihnen nach dem Krieg von Israel verweigert. Jordanien annektierte im geheimen Einverständnis mit der israelischen Regierung das Westjordanland einschließlich Ostjerusalems, Ägypten kontrollierte den Gaza-Streifen.

Im Juni-Krieg 1967, den Israel mit einem »Präventivschlag« gegen Ägypten, Jordanien und Syrien ausgelöst hatte, besetzten israelische Truppen das Westjordanland und das Gebiet von Gaza. Erneut flüchteten mehrere hunderttausend Palästinenser in die Nachbarländer.

Im November 1967 beschloss der UNO-Sicherheitsrat die Resolution 242, die seither die Grundlage aller Friedensverhandlungen wurde. Die Hauptpunkte sind:
Rückzug Israels aus den Gebieten, die es im Juni-Krieg besetzt hatte.
Einstellung aller kriegerischen Erklärungen und Handlungen. Anerkennung und Respektierung der Souveränität und Integrität aller Staaten der Region.
»Eine gerechte Lösung des Flüchtlingsproblems«.
Resolution 242 spricht also nicht von der Gründung eines palästinensischen Staates – die sich nur auf die Resolution 181 aus dem Jahre 1947, den UNO-Teilungsplan, berufen kann. Deshalb und wegen der Anerkennung Israels, die auch als Anerkennung aller seit 1947 geschaffenen Fakten interpretiert wurde, weigerte sich die PLO jahrelang, bis 1988, die Resolution 242 zu akzeptieren. Auf israelischer Seite lehnten der Likud und die rechten Parteien die Resolution ebenfalls ab. Die Sozialdemokraten erkannten sie zwar formal an, aber nur mit einem sinnentstellenden Trick: Weil die englische Version nur von einem »Rückzug aus besetzten Gebieten« statt von einem »Rückzug aus den besetzten Gebieten« spricht, stellte sich die israelische Arbeitspartei auf den Standpunkt, die Resolution 242 verlange gar nicht den Rückzug aus allen besetzten Gebieten, sondern überlasse es Israel selbst, wieweit es sich zurückziehen möchte. Diese Interpretation ist aber im Kontext der Resolution eindeutig unzulässig. Denn diese besagt auch eindeutig, im Einklang mit der UNO-Charta, »dass es nicht zulässig ist, Territorium durch Krieg zu erobern«.

Robert

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Freitag, 11. August 2006, 08:09

Teil 2

Zitat

Siedlungspolitik soll Fakten schaffen

Gleich nach Ende des Juni-Kriegs begann die damals regierende sozialdemokratische Arbeitspartei mit einer systematischen Siedlungspolitik, um die Besetzung des Westjordanlands und des Gaza-Gebietes praktisch unumkehrbar zu machen. Die Siedlungen wurden strategisch so geplant, dass sie die wichtigsten Verbindungslinien kontrollierten und das von Palästinensern bewohnte Gebiet in viele Inseln aufsplitterten. Menachem Begin, dessen rechte Likud-Partei 1977 die Regierung übernahm, steigerte diese Siedlungspolitik noch weiter.

Was künftig mit den besetzten Gebieten geschehen sollte, blieb unklar. Konsens der meisten israelischen Parteien war und ist, sie nicht in das Staatsgebiet zu integrieren, da man den Palästinensern sonst auf Dauer nicht die Bürgerrechte verweigern könnte. Das aber würde die klare jüdische Bevölkerungsmehrheit und Prägung Israels gefährden. Konsens war zweitens, keinen palästinensischen Staat zuzulassen.

Erst mit der im Dezember 1987 begonnenen Intifada begann sich die politische Situation der Palästinenser zu verbessern. Ein knappes Jahr später beschloss der Nationalrat, das palästinensische Parlament, die Gründung eines eigenen Staates. Mit deutlicher Mehrheit akzeptierte das Gremium die bis dahin umstrittene UNO-Resolution 242, die die Anerkennung des Existenzrechts Israels einschließt. Damit war von palästinensischer Seite der Weg zu gleichberechtigten Verhandlungen frei. Aber immer noch weigerte sich Israel, direkt mit den Palästinensern zu sprechen. An der Konferenz in Madrid im November 1991, die den Auftakt einer langen Reihe von überwiegend in den USA und Norwegen geführten bilateralen Verhandlungen bildete, durften nur von Israel zugelassene Palästinenser als Teil einer jordanischen Delegation teilnehmen. Doch danach schien es zunächst erstaunlich schnell voranzugehen. Am 9. und 10. September 1993 kam es zur gegenseitigen Anerkennung zwischen der PLO und Israel. Damit war der Weg frei zum ersten Abkommen, der Grundsatzerklärung zur palästinensischen Autonomie, das am 13. September 1993 in Washington unterzeichnet wurde. Es wird auch als Oslo-Abkommen (I) bezeichnet, weil es dort ausgehandelt wurde. Oslo I sah die Bildung einer palästinensischen Übergangsregierung durch freie Wahlen unter internationaler Beobachtung vor. Zuvor sollten sich die israelischen Truppen schrittweise aus allen Städten und Bevölkerungszentren des Westjordanlands und Gazas zurückziehen. Das Abkommen sollte für eine Übergangsperiode von höchstens fünf Jahren gelten und bis dahin zu einer dauerhaften Lösung auf Grundlage der UNO-Resolution 242 führen. Die zweite Etappe der Verhandlungen, über die gemeinsame Gestaltung einer endgültigen Regelung, sollte 1996 beginnen.

Die Anfangsschritte schienen erfolgversprechend zu verlaufen. Am 13. Mai 1994 kam Jericho als erste Stadt der besetzten Gebiete unter palästinensische Verwaltung. Am 18. Mai 1994 war der Rückzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gaza-Gebiet abgeschlossen. Am 28. September 1995 unterzeichneten der sozialdemokratische Ministerpräsident Rabin und PLO-Chef Arafat in Washington ein neues Abkommen, das den Zeitplan für den Rückzug Israels aus sechs weiteren Städten vorgab.

Baraks Angebot enttäuscht Palästinenser

Der Wahlsieg des Sozialdemokraten Barak im Mai 1999 veränderte das Verhandlungsklima nur geringfügig zum Positiven. Im September 1999 konnte endlich die zweite Gesprächsphase, über eine endgültige Regelung beginnen, drei Jahre später als im 1. Oslo-Abkommen vorgesehen. Inzwischen war schon die 1993 vereinbarte fünfjährige Übergangsperiode abgelaufen, auf die nach palästinensischen Vorstellungen eigentlich der vollständige Rückzug Israel aus den besetzten Gebieten und die volle staatliche Unabhängigkeit hätten folgen sollen. Tatsächlich hatte sich die Armee zwar aus den Städten zurückgezogen, kontrollierte aber immer noch den größten Teil des Westjordanlandes. Die palästinensische Autonomie-Verwaltung erstreckte sich tatsächlich auf kaum 20 Prozent der Gebiete. Im Juli 2000 legte Barak bei den Verhandlungen in Camp David das nach israelischer Interpretation denkbar »großzügigste« Angebot vor. Die Ablehnung dieses Vorschlags wird häufig als Beweis angeführt, dass die palästinensische Seite an einer konstruktiven Lösung gar nicht wirklich interessiert sei, sondern nichts geringeres als die Zerstörung Israels anstrebe. Den Palästinensern musste dieses »großzügige Angebot« jedoch wie Hohn erscheinen. Indem Barak damit das Höchstmaß des überhaupt mit Israel verhandelbaren markierte, machte er deutlich, dass die Hoffnung vieler Palästinenser, auf dem bisherigen Verhandlungsweg einen eigenen Staat zu erreichen, nur auf Illusionen und Täuschung beruhte.

Baraks »großzügiges Angebot« sah vor, dass Israel 10 Prozent des Westjordanlandes mit den wichtigsten Siedlungen, darunter den Großraum von Ostjerusalem, direkt annektieren würde. Darüber hinaus wollte Israel »aus Sicherheitsgründen« weitere 10 Prozent des Westjordanlandes auf unbegrenzte Zeit militärisch besetzt halten, darunter das gesamte Grenzgebiet nach Jordanien. Das Westjordanland wäre dadurch in vier Einzelgebiete aufgesplittert worden, die nur durch schmale, jederzeit von Israel leicht zu unterbrechende Korridore verbunden wären. Das palästinensische Territorium hätte keine eigenen Außengrenzen, sondern wäre ringsum von »militärischen Sicherheitszonen« Israels umgeben.

Dafür hätten sich die Palästinenser auch noch verpflichten müssen, die fast vollständige Annexion Ostjerusalems ausdrücklich zu akzeptieren. Ferner hätten sie offiziell auf das Rückkehrrecht der über 2,5 Millionen Flüchtlinge verzichten müssen, die zur Zeit außerhalb Palästinas leben. Das ist in Wirklichkeit keine praktische Frage, da Gaza und Westjordanland, wo jetzt schon mehr als eine Million Menschen in Flüchtlingslagern leben, gar nicht aufnahmefähig wären. Aber der politische Stellenwert des Streits ist hoch: Offizielle Preisgabe des Rückkehrrechts würde so interpretiert werden, dass die Flüchtlinge außerhalb Palästinas abgeschrieben werden. Als zusätzlich ungerecht wird dabei von den Palästinensern empfunden, dass Israels eigenes »Rückkehr«-Gesetz ganz selbstverständlich jedem auf der Welt, der nach fragwürdigen und umstrittenen Kriterien als Jude gilt, das Niederlassungsrecht auf seinem Staatsgebiet zugesteht.

Ein Staat auf dem zersplitterten, winzigen, ringsum von israelischen Truppen eingeschlossenen Territorium, das Baraks »großzügiges Angebot« vorsah – nicht einmal halb so groß wie Schleswig-Holstein, aber mit etwas mehr als der gleichen Einwohnerzahl –, wäre weder politisch souverän noch wirtschaftlich lebensfähig. Sein Funktionieren wäre permanent von der Gnade Israels abhängig, das schon in der Vergangenheit immer wieder aus unterschiedlichen Anlässen Teile der besetzten Gebiete abgeriegelt hat.

Seit Unterzeichnung des ersten Oslo-Abkommens 1993 hat sich die jüdische Bevölkerung in den besetzten Gebieten mehr als verdoppelt. Gleichzeitig befindet sich die Wirtschaft der besetzten und von Israel isolierten Gebiete auf einem Tiefpunkt. Am 28. September 2000 begann die so genannte zweite Intifada. Auslöser war ein provokatorischer Auftritt Scharons am Tempelberg, in der Nähe der Al-Aksa-Moschee. Scharons Kalkül ging auf – die vorgezogenen Parlamentswahlen im Februar 2001 brachten ihn an die Regierung und der Region die schlimmste Eskalation der letzten 20 Jahre.

Aus: Neues Deutschland, 6. April 2002


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Star im Asyl

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Freitag, 11. August 2006, 14:07

Die Querfront formiert sich

Zitat


"Friedensdemo-Aufruf der Deutschen Akademie (DA) (10.08.06)

In Anbetracht der Völkerrechtsverbrechen des Staates Israel im Libanon
und Palästina ist es wieder einmal an der Zeit, daß auch deutsche
Nationalisten internationale Solidarität mit den unterdrückten Völkern
zeigen.
[...]

Am kommenden Samstag (12.08.2006) finden gleich mehrere Pro-Libanon- und
Palästina-Demos in Deutschland statt, die von arabischen Vereinen und
linken Anti-Imperialisten organisiert werden: in Berlin, Bielefeld,
Köln, Lüdenscheid, Minden und Saarbrücken.
[...]

Die Berliner Demo beginnt am kommenden Samstag um 15 Uhr vor dem Roten
Rathaus. Es empfiehlt sich, auf szenetypische Provokationen zu
verzichten (schwarz-weiß-rote Fahnen, spezifische Kleidung usw.).
[...]

Für den Sprecherrat der Deutschen Akademie (DA)
Jürgen Schwab"


Quelle:
hxxp://de.altermedia.info/general/friedensdemo-aufruf-der-deutschen-akademie-da-100806_6610.html


-.-

Robert

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Samstag, 12. August 2006, 20:40

Proteste: Gegen den Krieg in Libanon und Gaza

Überall in der Welt finden an diesem Sonnabend Kundgebungen gegen den Krieg in Libanon und Palästina statt, allein in Deutschland sind in fünf Städten Demonstrationen angemeldet worden. Die in Berlin stattfindende Manifestation, zu der mehr als 50 palästinensische, libanesische, arabische und deutsche Vereine und Organisationen aufrufen, steht unter dem Motto »Für einen sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand – gegen den Krieg in Libanon und Palästina«.

Die Forderungen:

1. Sofortiger, bedingungsloser Waffenstillstand, der den vollständigen Rückzug der israelischen Truppen aus Libanon und dem Gazastreifen sowie die sofortige Einstellung jeglicher Kampfhandlungen aller Seiten beinhalten muß

2. Umfassende humanitäre Hilfe einschließlich der Aufnahme von Verletzten und Kranken in Deutschland

3. Unverzügliche Einleitung eines politischen Verhandlungsprozesses zwischen allen Beteiligten für einen gerechten, dauerhaften und umfassenden Frieden auf der Grundlage aller diesbezüglichen UNO-Resolutionen

4. Unverzüglicher Stopp aller Waffenlieferungen in die Region des Nahen Ostens einschließlich der deutschen Waffenlieferungen an Israel

5. Gewährleistung der friedlichen Koexistenz eines unabhängigen und lebensfähigen Staates Palästina an der Seite des Staates Israel in sicheren Grenzen und ohne Bedrohung durch andere

6. Rückkehr aller Flüchtlinge in ihre angestammten Orte im Südlibanon und ihre Entschädigung

7. Keine NATO-Truppen in den Libanon

Die Demonstration beginnt um 15 Uhr vor dem Roten Rathaus (Neptunbrunnen) in Berlin-Mitte und führt anschließend über die Straße Unter den Linden, Friedrichstr., Leipziger Straße zum Potsdamer Platz, wo gegen 17 Uhr eine Abschlußkundgebung stattfindet.

Quelle

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Montag, 14. August 2006, 14:34

Na also: Waffenstillstand. Wenn jetzt schnell die libanesische Armee und dann die UNO-Truppe kommt, ist der Frieden da. Hooooray! :neu:

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Montag, 14. August 2006, 20:42

[SCHILD]Blödian[/SCHILD]

Ich bin immer noch dafür, die ganze Gegend (inkl. Israel) zuzuschütten und nen Parkplatz draus zu machen :smoke:
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Dienstag, 15. August 2006, 01:29

Zitat

Original von DiaryofDreams
[SCHILD]Blödian[/SCHILD]


?

Hättest du dir euinen längeren Krieg gewünscht? Verstehe nicht ganz.
Die Parkplatzidee kenne ich von Österreich, allerdings galt sie Deutschland.

DiaryofDreams

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Dienstag, 15. August 2006, 20:49

Zitat

Original von Star

Zitat

Original von DiaryofDreams
[SCHILD]Blödian[/SCHILD]


?

Hättest du dir euinen längeren Krieg gewünscht? Verstehe nicht ganz.


Ich verstehe Dich nicht ganz.

Wie ein Friedensaktivist klangst Du nicht die ganze Zeit... Diskussionsversuche über das Thema waren auch nix für Dich...

:nix:

Außerdem... wieso einen Frieden bejubeln, der eh keiner ist?

Abgesehen von der Tatsache, dass man die Milizen entwaffnen sollte, sehe ich keine Einsicht auf Seiten Israels, die dringend nötig wäre, um endlich Ruhe da unten einkehren zu lassen. Solange sich die israelische Seite selbst über das Völker- und Menschenrecht hinwegsetzt, wird es schwer werden, die Nachbarstaaten von einem friedlichen Miteinander zu überzeugen.
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Mittwoch, 16. August 2006, 15:48

Zitat

Original von DiaryofDreams

Wie ein Friedensaktivist klangst Du nicht die ganze Zeit...


Doch, sicher. Ich sehe den Vormarsch der Zahal im Libanon als legitime Verteidigung wegen des Dauerangriffs der Hisb-Allah.

Leute, die fordern, dass sich Israel zurückzieht und keine UNO-Truppen stationiert werden fordern letztlich die Fortführung des Krieges.

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Donnerstag, 17. August 2006, 21:23

Vom Wahn zur Depression

Israel hat im Libanon-Krieg kein einziges Ziel erreicht

Uri Avnery

Dreiunddreißig Tage Krieg. Der längste unserer Kriege seit 1949. Auf der israelischen Seite 154 Tote, 117 von ihnen Soldaten. 3970 Raketen wurden gegen uns abgefeuert, mindestens 37 Zivilisten dabei getötet, verwundet mehr als 422. Auf der libanesischen Seite ungefähr tausend tote Zivilisten, Tausende Verwundete. Eine unbekannte Zahl toter und verwundeter Hisbollah-Kämpfer. Mehr als eine Million Flüchtlinge auf beiden Seiten. Was ist zu diesem horrenden Preis erreicht worden?

»Traurig, bescheiden, deprimiert«, so beschrieb der Journalist Yossef Werter Ehud Olmert ein paar Stunden, nachdem die Feuerpause in Kraft getreten war. Olmert bescheiden? Ist das derselbe Olmert, den wir kennen? Derselbe Olmert, der auf den Tisch schlug und schrie: »Nie mehr!« Der sagte: »Nach dem Krieg wird die Situation vollkommen anders aussehen als zuvor!« Der einen »Neuen Nahen Osten« als Folge des Krieges versprach?

Die Resultate des Krieges sind deutlich: Die Gefangenen, die als Casus belli (oder als Vorwand) dienten, sind noch nicht freigelassen worden. Sie werden als Folge eines Gefangenenaustauschs zurückkommen, genau wie Hassan Nasrallah es vor dem Krieg vorgeschlagen hat. Die Hisbollah ist geblieben, was sie war. Sie wurde nicht zerstört, nicht entwaffnet, sie wurde auch nicht von dort vertrieben, wo sie war. Ihre Kämpfer haben sich in der Schlacht bewährt, ja, haben sogar Komplimente israelischer Soldaten eingeheimst. Ihre Kommando- und Kommunikationsstruktur funktionierte bis zum Ende. Ihre TV-Station sendete weiter. Hassan Nasrallah ist gesund und munter. Hartnäckige Versuche, ihn zu töten, mißlangen. Sein Prestige wuchs enorm. In der ganzen arabischen Welt – von Marokko bis zum Irak – werden Lieder zu seiner Ehre komponiert, und sein Foto schmückt die Wände.
Hisbollah bleibt
Die libanesische Armee wird entlang der Grenze aufgestellt werden, Seite an Seite mit einer großen internationalen Truppe. Das ist die einzige materielle Veränderung, die erreicht wurde. Dies wird die Hisbollah nicht ersetzen. Die Hisbollah wird im Gebiet bleiben, in jedem Dorf und in jeder Stadt. Der israelischen Armee ist es nicht gelungen, sie auch nur aus einem einzigen Dorf zu entfernen. Das war einfach unmöglich, ohne die ganze Bevölkerung zu vertreiben, von der sie ein Teil ist.

Die libanesische Armee und die internationalen Kräfte können und wollen sich nicht mit der Hisbollah anlegen. Ihre Präsenz hängt vom Einverständnis der Hisbollah ab. Es wird praktisch eine Art Koexistenz der drei Kräfte entstehen, von denen jede weiß, daß sie mit den beiden andern klarkommen muß.

Vielleicht ist es der internationalen Truppe möglich, die Hisbollah an Überfällen zu hindern, wie demjenigen, der dem Krieg vorausging. Sie wird aber auch israelische Aktionen verhindern, wie die Aufklärungsflüge unserer Luftwaffe über dem Libanon. Das war der Grund, weshalb die israelische Armee zu Beginn des Krieges so strikt gegen die Aufstellung einer internationalen Truppe war.

In Israel herrscht nun eine allgemeine Atmosphäre der Enttäuschung und Mutlosigkeit. Von der Manie zur Depression. Es sind nicht nur die Politiker und Generäle, die jetzt Anklagen auf einander abfeuern, wie wir vorausgesehen haben, auch die normale Öffentlichkeit äußert sich aus den verschiedensten Ecken mit Kritik. Die Soldaten kritisieren die Kriegsführung, die Reservesoldaten meckern über das Chaos und das Fehlen von Vorräten.

In allen Parteien gibt es neue Oppositionsgruppen und drohen Abspaltungen. Bei Kadima wie in der Arbeitspartei. Auch bei Meretz brodelt es. An der Spitze des Kritikermarsches – welch Überraschung – die Medien. Die ganze Horde der Interviewer und Kommentatoren, Korrespondenten und »Preßtituierten«, die – mit sehr wenigen Ausnahmen – vom Libanon-Feldzug begeistert waren, die täuschten, in die Irre führten, verfälschten, ignorierten, hinters Licht führten und fürs Vaterland logen, die jede Kritik erstickten und jeden als Verräter brandmarkten, der gegen den Krieg war. Sie laufen nun an der Spitze des Lynchmobs. Im Visier Generalstabschef Dan Halutz. Gestern erst war er der Held der Massen – es war verboten, nur ein Wort gegen ihn zu äußern. Nun wird er als Kriegsgewinnler beschrieben. Einen Augenblick, bevor er seine Soldaten in die Schlacht sandte, fand er noch Zeit, seine Aktien zu verkaufen, da er ein Fallen auf dem Aktienmarkt erwartete.
Neue Dolchstoßlegende
Aus der Menge der Anklagen und Meckereien ragt ein Spruch hervor, der jedem einen Schauer über den Rücken laufen läßt, der ein gutes Gedächtnis hat: »Die Politiker ließen die Armee nicht gewinnen.« Wir erleben eine Wiederbelebung der alten Parole: »Sie stießen der Armee einen Dolch in den Rücken.«

Und so läuft es: Zwei Tage vor dem Kriegsende begann die Landoffensive anzulaufen. Dank unserer tapferen Soldaten, den Männern der Reserve, war sie ein Riesenerfolg. Gerade als wir dabei waren, einen großen Sieg zu erlangen, trat die Feuerpause in Kraft. Doch davon ist kein einziges Wort wahr. Diese geplante und seit Jahren von der Armee trainierte Operation wurde deshalb nicht eher ausgeführt, weil es klar war, daß sie keine nennenswerten Ziele erreichen, sondern nur Menschenleben kosten würde. Die Armee würde tatsächlich große Gebiete erobern können, aber nicht in der Lage sein, die Hisbollah-Kämpfer aus diesen zu verdrängen.

Die grenznahe Stadt Bint Jbeil z.B. wurde dreimal von der israelischen Armee eingenommen, doch die Hisbollah-Kämpfer blieben bis zum Schluß dort. Wenn wir 20 Städte und Dörfer wie Bint Jbeil eingenommen hätten, dann wären die Soldaten und Panzer an 20 Orten den tödlichen Angriffen der Guerillas mit ihren hocheffizienten Panzerfäusten ausgesetzt gewesen.

Wenn es so ist, warum hat man sich im letzten Augenblick entschlossen, diese Operation doch noch auszuführen, obwohl die UNO schon fast das Ende der Feindseligkeiten ausgerufen hatte? Die schreckliche Antwort: Es war ein zynisches – wenn nicht gar abscheuliches Manöver des gescheiterten Trios. Olmert, Peretz und Halutz wollten ein »Bild des Sieges« schaffen. Auf diesem Altar wurde das Leben von 33 Soldaten geopfert.

Das Ziel war, die siegreichen Soldaten Israels am Ufer des Litani zu fotografieren. Die Operation konnte nur 48 Stunden dauern, bis die Feuerpause in Kraft trat. Obwohl die Armee Hubschrauber nutzte, um Soldaten abzusetzen, wurde das Ziel nicht erreicht. Nirgendwo haben israelische Truppen den Litani erreicht.

* Der Autor ist Mitbegründer der israelischen Friedensgruppe Gush Shalom. Übersetzung aus dem Englischen: Ellen Rohlfs

quelle: http://www.jungewelt.de/2006/08-18/004.php

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13

Freitag, 18. August 2006, 01:15

Uri Avnery und die Reisin. Immer dieselben zwei Alibijuden ... Leute, habt ihr echt nix anderes? [SCHILD]laaaangweilig[/SCHILD]

DiaryofDreams

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14

Freitag, 18. August 2006, 10:04

Zitat

Original von Star
Uri Avnery und die Reisin. Immer dieselben zwei Alibijuden ... Leute, habt ihr echt nix anderes? [SCHILD]laaaangweilig[/SCHILD]


Wo sind die A-R-G-U-M-E-N-T-E?

Zitat

Dauer-Repeat, solang Du's nicht schnallst, Star:
"„Alibijuden“ … wow, toller Begriff und – wenn’s nicht so verniedlichend wäre – ein echt kindisches Getue. Wie im Kindergarten besteht man auf seine eigenen „Experten“ und die hat doch bekanntlich jeder. Alles halb so schlimm, wenn man nur wenigstens ein wenig erkennen lassen würde, dass man sich mit der anderen Meinung auch auseinandersetzen kann. Das Ganze ist ebenso durchsichtig, wie doof. Der Türke, der die Türken kritisiert ist dann eben kein richtiger Türke. Der Amerikaner, der sein Land kritisiert, kein Patriot, der Israeli, der die Politik seiner Regierung kritisiert ist kein richtiger Israeli und so weiter und so weiter. Blablabla… Mensch, Kerl… ich will wissen, warum das Gesagte falsch ist?! und da reicht mir die Aussage im Sinne von ‚weil ich den, ders gesagt hat, nicht leiden kann’ nicht unbedingt aus zu einer Meinungsbildung."
_________________________________________

15

Freitag, 18. August 2006, 11:01

Es gibt keinen Anti - semitismus.

Es gibt den Ausdruck Anti - semitismus. Da ihn viele glauben und übernehmen, scheint es Anti - semitismus zu geben. Man nimmt ein Wort, setzt es in die Welt und befrachtet es mit Bedeutung und schon scheint es etwas Reales zu bezeichnen. Dieses Reale gibt es aber nicht.

Es gibt in Teilen der Welt Bestrebungen den Israelischen Staat zu vernichten. Das kann man als Anti - israelisch bezeichnen aber niemals als Anti-semitisch. Der Ausdruck Anti - semitismus wird (gezielt) benutzt, um per selbsternannter Definition etwas zu beschreiben. Dieses kann natürlich für alles andere „Anti-“ genauso erfolgen, also für Antikommunismus, Antizionismus oder Antiamerikanismus.

Anmerkung: Ein Semit ist ein Angehöriger einer sprachlich und anthropologisch verwandten Gruppe von Völkern besonders in Vorderasien und Nordafrika. Ein Antisemit ist also.....?

Dummschwätzer

unregistriert

16

Freitag, 18. August 2006, 17:00

Semiten

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ins Lexikon schauen oder...

[url=http://de.wikipedia.org/wiki/Semit]http://de.wikipedia.org/wiki/Semit[/url]

17

Freitag, 18. August 2006, 17:29

aus der wiki

" Als Semiten werden Menschen bezeichnet, die eine semitische Sprache sprechen. Oft wird eine gemeinsame Abstammung von der biblischen Gestalt Sem behauptet, was aber eher den Charakter eines Mythos hat. Ob der Begriff über das Sprachliche hinaus relevant ist, wird heute von der Wissenschaft stark bezweifelt"


etwas anderes habe ich oben auch nicht geschrieben

kann ja sein das du darauf bei wiki anspielst

" Laut der pseudowissenschaftlichen Rassentheorie nach der Aufklärung wurden die Juden als "Semiten" bezeichnet, um so mit rassistischen Argumenten den zuvor eher kirchlich motivierten Judenhass (Begründung: "Gottesmord") fortsetzen zu können, indem die "Semiten" zu einer minderwertigen Rasse erklärt wurden. 1944 haben die Nationalsozialisten die Araber ausdrücklich von der "Rasse der Semiten" "


da steht aber eindeutig " laut der pseudowissenschaftlichen Rassentheorie" und sich heute darauf zu beziehen um antisemitismus zu begründen ist ja wohl......

klares eigentor dummschwätzer und lesen bildet, allerdings nur wenn man das gelesene auch verstehen kann.