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Robert

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1

Freitag, 3. Oktober 2003, 19:39

Tag der Deutschen Einheit ?

Für mich ein Feiertag oder besser nur ein freier Tag.

Was soll uns dieser Feiertag nun ins Gedächtniss rufen?

Ist es nicht eher der Tag der Wiedervereinigung. Nur was wurde denn wiedervereinigt?

Die Aufspaltung des faschistischen Deutschland in Besatzungszonen war eine Folge des Krieges. Die Abspaltung der BRD von Deutschland und die Gründung der DDR war ein Ergebniss des kalten Krieges. Wenn nun von Wiedervereinigung geredet wird, kann ja eigentlich nur der Zustand wie zu Zeiten des Dritten Reiches gemeint sein.

Machen Politiker sich eigentlich gar keine Gedanken wie solche Schlagworte interpretiert werden. Sind die Massen schon derart verdummt, daß diese die Doppelzüngigkeit der Begriffe nicht mehr realisieren.

Ich höre oft Bemerkungen wie "40 Jahre Misswirtschaft" oder "die Kommunisten haben das Land runtergewirtschaftet".

Scheinbar hatten wir in den Gebieten der DDR nach dem Krieg blühende Landschaften, wie jetzt auch wieder. Wie kann man sonst etwas runterwirtschaften?

Also für mich ist dieser Feiertag eher ein Ausdruck für den Triump des Kapitals über das Sozialistische Experiment DDR. Es ist gescheitert und mehr nicht.

kolibri

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2

Freitag, 3. Oktober 2003, 22:43

RE: Tag der Deutschen Einheit ?

Schade Robert, dass Du das so nüchtern siehst. Für mich ist dieser Tag ein Feiertag, weil ich meine Freundin in Dresden jederzeit ohne Probleme besuchen kann und sie mich - das war vorher nicht möglich.
Sie kann mir schreiben und ich ihr, was uns gerade in den Sinn kommt - das gab es vorher nicht, da wurden unsere Briefe z. T. geöffnet und von anderen gelesen oder kamen nie an.
Ich kann nach Berlin fahren ohne Blut und Wasser schwitzen zu müssen. Ich werde nicht mehr im dunklen, engen Bahnhofgang einer Übergangsstelle festgehalten, nur weil mein Freund jetzt längeres Haar trägt als auf dem dämlichen Foto in seinem Pass.
Meine Freundin kann die gleichen Kleider kaufen wie ich und Schokolade schmeckt auch bei ihr nach Schokolade und und und....
Der Sieg des Kapitalismus? .... Mag sein! Aber meine Freundin und ich, wir fühlen uns so wohler und einander näher. Das zählt für uns.
Mach', was du willst, aber mach' es so gut wie irgend möglich. Katherine Hepburn

Schehersad

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3

Freitag, 3. Oktober 2003, 22:59

stimme kolibri zu...
okay, es ist noch nicht alles perfekt und in manchen köpfen besteht die mauer nach wie vor. trotzdem gibt es viele gründe sich über die wiedervereinigung zu freuen.

Robert

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4

Freitag, 3. Oktober 2003, 23:17

RE: Tag der Deutschen Einheit ?

Warum schade Robert?

Auch ich möchte diese Freiheit nicht mehr missen und da scheinst Du mich etwas falsch verstanden zu haben. War aber das was 100 tausende auf die Straße trieb nicht etwas anderes als die Deutsche Einheit?

Wo waren da, die heute wohlformulierende Worte schwingenden Politiker. Waren nicht die demonstrierenden Menschen der DDR diejenigen, die mehr Courage besaßen als alle der heutigen Worte schwingenden Politiker.

Wiedervereinigung mit was, war das nicht die Frage. Schlagworte und Phrasen die wir täglich wahrnehmen und letztlich darüber nicht mehr nachdenken.

Wird dieses jetzige System jemals so friedlich abtreten wie die DDR?

kolibri

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5

Freitag, 3. Oktober 2003, 23:24

RE: Tag der Deutschen Einheit ?

Zitat

Waren nicht die demonstrierenden Menschen der DDR diejenigen, die mehr Courage besaßen als alle der heutigen Worte schwingenden Politiker

Eindeutig: Ja!!!

Zitat

Wird dieses jetzige System jemals so friedlich abtreten wie die DDR?

Wollen wir das, dass es "abtritt"?
Ich will (ab-)wählen und (ab-)wählen können. Und wenn der Wähler es will, dann muss es abtreten und zwar friedlich.
Wir leben doch nicht in einer Diktatur.
Mach', was du willst, aber mach' es so gut wie irgend möglich. Katherine Hepburn

vero

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6

Freitag, 3. Oktober 2003, 23:33

Zitat

(robert)
Wird dieses jetzige System jemals so friedlich abtreten wie die DDR?

Nein.
[COLOR=#666666]vero[/COLOR]

Robert

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7

Freitag, 3. Oktober 2003, 23:51

RE: Tag der Deutschen Einheit ?

Zitat

Wollen wir das, dass es "abtritt"?


Ich kann mir zumindest ein anderes vorstellen. Da Du nun auf Wahlen spekulierst. Wenn nur noch 40% Wähler zur Wahl gehen und davon 50% Partei x wählen, regieren 20% Wähler den Rest der Wahlberechtigten.

Ist das Demokratie?

Ein Grundfehler von bürgerlichen Demokratien ist, daß diese meinen die Demokratie an sich zu sein. Jegliches Verändern oder Beseitigen dieser Demokratie wird als Angriff auf diese verstanden und deshalb bekämpft.

In der jetzigen Demokratie gibt es keine Alternative zu etwas anderem und das wird in absehbarer Zeit zum Knackpunkt werden.

kolibri

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8

Freitag, 3. Oktober 2003, 23:57

RE: Tag der Deutschen Einheit ?

Zitat

Original von Robert
Ich kann mir zumindest ein anderes vorstellen.
[...]
In der jetzigen Demokratie gibt es keine Alternative zu etwas anderem und das wird in absehbarer Zeit zum Knackpunkt werden.


Welches kannst du Dir vorstellen? Das wäre dann doch vielleicht eine Alternative.

In den anderen Punkten stimme ich Dir zu.
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Robert

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9

Sonntag, 5. Oktober 2003, 18:47

Zitat

Welches kannst du Dir vorstellen?


Ein anderes kann ich mir vorstellen. Ohne das ich es jetzt weiter definieren möchte. Einfach eine Utopie die es wahrscheinlich nicht geben wird.

@vero

Dein Nein war kurz und prägnant. Dann dürfte Dir aber auch klar sein, daß dieses System nicht mit demokratischen Mitteln Grundlegend zu verändern ist.

DiaryofDreams

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10

Montag, 20. Oktober 2003, 23:56

RE: Tag der Deutschen Einheit ?

Zitat

Was soll uns dieser Feiertag nun ins Gedächtniss rufen?


Das frag ich mich nun schon seit 1990. Wenn es schon einen Feiertag (oder freien Tag) geben muss, dann find ich, sollte es doch eigentlich der 9.November gewesen sein, dem man gedenken sollte?!

Der sogenannte "Tag der deutschen Einheit" ist für mich lediglich eine Erfindung showgeiler und selbstherrlicher Politiker


~ Diary ~ der da noch einen netten Link gefunden hat :]

_________________________________________

Robert

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11

Freitag, 9. September 2005, 21:20

Na bald ist es ja erneut so weit.

Taumelnd drängen sich die Massen durch die Stadt und huldigen der glorreichen Angliederung an den bundesdeutschen Politikersumpf.

Mara

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12

Montag, 3. Oktober 2005, 17:50

jawohl!

..Es ist soweit [SCHILD]DEUTSCHE EINHEIT[/SCHILD]

aber wo sind die Jubelschreie?

Wo die Geschenke?

Ich sehe es wie Diary - wenn überhaupt, sollten wir den 9. November feiern.

An diesem Tag im Jahre 1989, saß ich wie elektrisiert am Fernsehgerät, als es plötzlich durchgegeben wurde, dass die Mauer offen ist.

Die Gesichter der Journalisten im ARD und ZDF, waren derart ungläubig, dass ich fast lachen musste.

Das eigentliche Programm war prompt vergessen und alles konzentrierte sich jetzt ausschließlich auf die Ereignisse am Brandenburger Tor.

Keiner wollte glauben, was da geschah. So dass die Journalisten alles in Bewegung setzten, um sich zu vergewissern, dass das keine Fehlinformation oder ein Witz war.

Zum ersten Mal mussten sie in der Sendung improvisieren und man hatte keine Regie parat.

Das waren meine spannendsten Fernsehstunden :]

wie glücklich und berauscht die Menschen waren, die sich am Brandenburger Tor in die Arme fielen!

Es wurde mit Sekt angestoßen und gejubelt ohne Ende ...

Da war KEIN Politiker im Mittelpunkt - nein, nur das Volk!

Und DAS sollte jedes Jahr gefeiert werden.

Wen, außer den Politikern, interessiert denn schon der 3. Oktober?
:kitty:
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asachara

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13

Montag, 3. Oktober 2005, 18:21

mara... pssssssssssssssssssssssst... *zeigefinger auf die lippen legt* es war 1989 :D

Mara

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14

Montag, 3. Oktober 2005, 18:31

Zitat

Original von asachara
mara... pssssssssssssssssssssssst... *zeigefinger auf die lippen legt* es war 1989 :D


sag ich doch :P

;) :smoke:
:kitty:
ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert

asachara

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15

Montag, 3. Oktober 2005, 18:33

*sich selber pflastert* :smoke: ;)

Mara

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16

Montag, 3. Oktober 2005, 18:42

Zitat

Original von asachara
*sich selber pflastert* :smoke: ;)


nicht pflastern! 8o


Danke, für den Hinweis - so konnte ich das noch schnell richtig einfügen -))

bussi
:kitty:
ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert

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17

Montag, 3. Oktober 2005, 19:41

Der 3.10. ist nichts weiter als ein nichtssagender, Termin. Mit ein wenig Grips hätten die Regierungsoberhäupter sehr wohl den 9ten November 1990 wählen können, aber das wäre zuviel der Verstandeserwartung.



MWA


Erstaunlich übrigens , wie 2 Datumse die die gleiche Schreibweise in sich tragen so gegensätzlich sein können.

Der 9.11. ein Tag an dem Menschen sich endlich begegneten.

Der 11.9. hingegen ( in seinem Ursprungsland auch in der Reihenfolge 9 /11 ausgedrückt) ein Tag an dem die Menschheit wieder viel weiter als auseinanderging.

Schicksal ?
wenn'se wissen was ich meine
dujunowattaimien

:lift:



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18

Montag, 3. Oktober 2005, 22:30

Zitat

Original von Nucleus1

Der 9.11. ein Tag an dem Menschen sich endlich begegneten.



Äh .. Reichpogromnacht, Herr Cleus1. :pukey:

DiaryofDreams

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19

Montag, 3. Oktober 2005, 23:28

Zitat

Original von Star

Zitat

Original von Nucleus1

Der 9.11. ein Tag an dem Menschen sich endlich begegneten.



Äh .. Reichpogromnacht, Herr Cleus1. :pukey:


Star, dieses Argument ist einfach nur bescheuert, auch, wenn man es in dem Zusammenhang immer wieder hört...

Warum sollte es denn daran hindern, am 9.November den Tag der Wiedervereinigung zu feiern und trotzdem dem zu gedenken, was sonst noch irgendwann an so einem Datum geschah?!

Übrigens... am 3. Oktober 1935 begann mit dem Einmarsch italienischer Truppen der Italienisch-Abessinische Krieg. Für die Äthiopier war das sicher ebenso scheiße, aber keiner kommt auf die Idee, nu deswegen den 3. Oktober zu verteufeln :rolleyes:
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20

Montag, 3. Oktober 2005, 23:41

Tut mir leid, aber der 9.November ist unauslöschlich und nicht überdeckbar.



Das war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging, als zum ersten mal das Thema Nationalfeiertag aufkam und dieses Datum genannt wurde.
Kannst du bescheuert finden, dann bin ich halt bescheuert. Das ist kein Datum für einen Freudentaumel.


Ein gutes Datum wäre das, an dem die Bevölkerung eine gemeinsame Verfassung beschließt, aber dieser Tag wird nie kommen.

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