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Nucleus1

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Dienstag, 19. September 2006, 14:26

30 Euro für ein Menschenrecht ?

Auslöser meines aktuellen Zorns auf die in diesem Land herrschende Raubrittermanie ist nachfolgend beschriebenes Ereignis.



Meine Familie und ich konvertieren derzeit von der katholischen in die evangelische Glaubensgemeinschaft.

Zu diesem Zwecke ist in diesem Land und seinen Regellungen erst einmal ein formeller Austritt aus der bisherigen Kirche beim Amtsgericht erforderlich.

Bis hierhin ist's okay !



Nachdem ich aber , wie ich glaubte, mir vergangene Woche ausreichend Informationen zu den Formalitäten telefonsich beim zuständigen Amtsgericht beschafft zu haben, hatte ich für heute einen Tag Urlaub eingereicht um gemeinsam mit meiner Frau den erforderlichen Kirchenaustritt beim Amstgericht zu beurkunden.

Seit heute Morgen 09:15 Uhr weiss ich, das der für das Konvertierungsprozedere erforderliche, vorherige Kirchenaustritt Kirche nun seit Juli 2006 nunmehr mit je 30€ pro Abtrünigem zu bezahlen ist.

In meinem Falle hat uns das für uns uns und unsere beiden Kinde sage und schreibe 120 Euro gekostet !

Soviel Geld hatte ich übrigens nicht dabei und mein sündhaft teurer Urlaubstag war somit für die Katz.

Das wir zeitgleich auf der anderen Seite wieder in die Kirche eintreten, das war bei der Sachlage übrigens absolut nicht von Belang. Was aber in Zusammenhang mit meiner Wut über den Sachverhalt nur von sekundärer Bedeutung für mich ist.

Das ein Kirchenaustritt mittlerweile Geld kostet ist für mich schlicht unfassbar :angry:


Übrigens:

Diese Gebühren werden übrigens nur gegen Steuerzahler erhoben ;)
Diesen Sachverhalt habe ich mir erfragt, aber nicht belegen lassen.




P.S.:

Sei hier schnell noch der Stab für die Beamtin gebrochen 8)

Es gelang mir, die Beamtin davon zu überzeugen, dass genau sie aufgrund der Nichtnennung des Sachverhaltes zur neuen Gebührenordnung am Telefon meinen Urlaubstag schlichtweg verschwendet hatte und ich musste dafür gar nicht mal so lange wirklich unangenehm argumentieren :D

Ihre schnelle Einsicht liess diese Beamtin Gott sei Dank jetzt so flexibel werden, dass sie die Formalitäten dennoch vorbereite und meine Frau nächste Woche das Geld einfach nur noch abgeben muss, die dann alle erf. Formulare erhält, und das halt auch ohne mein Beisein und ohne das ich dummes Bürgerschwein noch'nen Tag Urlaub verbraten muss.
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kolibri

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Dienstag, 19. September 2006, 14:33

RE: 30 Euro für ein Menschenrecht ?

Hat Dir die Beamtin auch erklärt, lieber Nucleus, wofür diese Gebühren erhoben werden und wohin das Geld fließt???

Interessiert mich brennend. Mit Kirchenaustritten habe ich in meinem Beruf auch zu tun, aber bisher nicht gewusst, dass Gebühren erhoben werden. Deshalb treten in letzter Zeit wohl weniger Leute aus unserer Kirche aus .... ?(
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Nucleus1

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Dienstag, 19. September 2006, 15:05

Hallo Kolibri :)

Das ist wohl seit Juli 2006 so !

Soll wohl mal in der Zeitung gestanden haben :D

An mir ist's aber wie ja übrigens auch an Dirwohl dennoch vorbeigelaufen


Habe ich nach Sinn und Zweck und Ziel der Zahlung gefragt ?

Nein, und ich habe das nicht gefragt, weil es für mich Klarverständler, Bürger und darüberhinaus Steuerzahler ehedem nie und nimmer eine zufriedenstellende Erklärung ob dieser Amtsleistung hätte geben können, dass wollte ich der wirklich ersparen, denn die hat dieses Gesetz nicht gemacht.

Das dieser Sachverhalt Austritte verhindert, das glaube ich nicht, zumal das ja eine Milchmädchenrechnung wäre; Entfiele doch bei Nichtwiedereintritt zukünftig die Kirchensteuer.
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DiaryofDreams

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Dienstag, 19. September 2006, 15:16

30 € ? Für einen Kirchenaustritt der in Eurem Falle ja noch nichteinmal ein Austritt an sich ist?

Unfassbar :rolleyes:

Aber ich habe mal schnelle gegoogelt und siehe da... das Ganze ist auf dem Mist unserer neuen schwarz/gelben Landesregierung gewachsen ... wohl um das Landessäckl ein wenig zu füllen ...

siehe:

http://ibka.org/presse06/pm0321.html

http://www.kirchenaustritt.de/NRW/
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Nucleus1

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Donnerstag, 21. September 2006, 20:27

Es gibt auch mal was positives in dieser Sache zu vermelden !

Nachdem meine Frau heute einen neuen Termin in der Angelegenheit vereinbaren wollte, teilte uns dieselbe Beamtin überdies noch mit, das sie mit ihrem Vorgesetzten in unserer Angelegenheit gesprochen hat. Man kam zu dem Schluss, dass wir, also die beiden Elternteile in dieser Angelegeenheit unsere Kirchenaustritte bezahlen werden, aber für unsere Kinder brauchen wir das nun doch nicht zu bezahlen.

Welch wundersame Fügung :kitty:


Okay, ich geb's zu, die restlichen 60 € kneifen mich immer noch, aber hier sehe ich ganz klar einen Teilerfolg dank unseres Protests und das, so finde ich, kann sich doch auch schon einmal sehen lassen.




Dickes Lob an das Gerechtigkeitsempfinden dieser Dame !
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Robert

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Donnerstag, 21. September 2006, 20:32

schön das der betrag geringer ist nuc, aber ist es nicht merkwürdig, dass man seinen glaubenswechsel bezahlen muß?

steht da nicht irgendw in der verfassung, die gedanken (glauben) sind frei?

DiaryofDreams

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Donnerstag, 21. September 2006, 20:53

Zitat

Original von Robert

steht da nicht irgendw in der verfassung, die gedanken (glauben) sind frei?


Wahrscheinlich nur solange, bis jemand auf die Idee kommt, dass man für die Freiheit doch auch was löhnen könnte. :rolleyes:

Also ich finde es ein Unding, was sich die Verwaltung da leistet. Sprach man nicht die ganze Zeit großmundig vom Bürokratieabbau?
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Donnerstag, 21. September 2006, 21:10

Ich werte dass als Teilerfolg!

Ich bin weiterhin gegen die Bezahlung meines Aus- Übertrittes.

Ich werde ich die Zahlung unter Vorbehalt leisten, werde sie aber leisten.


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In erster Linie ist es mir aber wichtig, das das administrative Gebahren rund um unsere Evangelischwerdung hinter uns liegt, damits dann auch wirklich losgehen kann.
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Und mal ehrlich leibe Leutz !

Ich finde das Ding nach wie vor skandalös.

Immerhin kann ich hier schon einmal damit beginnen, angemessen darauf zu reagieren.

Also eins nach dem Andern :D
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:lift:



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