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Ahasveru

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Freitag, 25. Juni 2004, 13:19

Engel in Gedichten, Märchen und Erzählungen.

In diesem Thread können Gedichte, Märchen und Erzählungen von, zu und über Engel reingestellt werden.



Hans Christian Andersen

Der Engel

Jedes Mal, wenn ein gutes Kind stirbt, kommt ein Engel Gottes zur Erde hernieder ,
nimmt das tote Kind in seine Arme,
breitet seine großen, weißen Flügel aus und fliegt über alle jene Stätten,
die das Kind einst geliebt hat.
Dort pflückt er eine ganze Handvoll Blumen und nimmt sie mit zum lieben Gott hinauf,
damit sie im Paradies schöner als auf der Erde blühen.
Der liebe Gott drückt alle Blumen an sein Herz, die Blume aber,
die ihm am liebsten ist, küsst er, und dann bekommt sie eine Stimme
und kann mitjubilieren in der großen Glückseligkeit.
Der Engel flog mit dem Kind über die Stätten seiner Heimat,
wo der Kleine gespielt hatte, und sie kamen durch Gärten mit schönen Blumen.

Welche wollen wir nun mitnehmen und in den Himmel verpflanzen? fragte der Engel.
Da stand ein schlanker, edler Rosenstock,
aber eine rohe Hand hatte seinen Stamm gebrochen, so daß die Zweige,
die voll von halb aufgeblühten Rosen waren, welk herabhingen.
"Nimm den armen Rosenstock mit, damit er oben in Gottes Garten aufblühen kann!"
sagte das Kind. Und der Engel nahm den Rosenstock und küsste das Kind dafür,
und der Kleine öffnete halb seine Augen.
Sie pflückten nun von den vielen anderen,
nahmen aber auch das verachtete Gänseblümchen und das Stiefmütterchen mit.
"Jetzt haben wir Blumen !"
jubelte das Kind, und der Engel nickte, aber sie flogen noch nicht hinauf zu Gott.
Es war Nacht, es war ganz still,
sie schwebten über einer schmalen Gasse in der großen Stadt,
und sahen einen Haufen Stroh, Asche, Kehricht, Scherben von einem Blumentopf.
Der Engel zeigte auf einen Klumpen Erde, der herausgefallen war
und nur durch die Wurzeln einer großen verdorrten Feldblume
ein wenig zusammengehalten wurde.
"Diese Blume nehmen wir mit", sagte der Engel.
"Während wir fliegen, will ich dir erzählen warum.

Dort unten in der engen Gasse,
in dem niedrigen Keller wohnte ein armer, kranker Knabe;
er musste schon als kleines Kind immer im Bett liegen;
und wenn es ihm gut ging,
konnte er auf Krücken ein paar mal in der kleinen Stube auf und ab gehen,
aber das war auch alles.
An einigen Tagen im Sommer fielen die Sonnenstrahlen
eine halbe Stunde lang in das Kellerloch hinein;
wo dann der arme, kranke Knabe saß und sich von der Sonne bescheinen ließ
und das rote Blut durch seine feinen Finger hindurchschimmern sah,
die er vor das Gesicht hielt, dann hieß es:
"Ja, heute ist er draußen gewesen!"
Er kannte den Wald in seinem wunderbaren Frühlingsgrün nur dadurch,
daß ihm der Sohn des Nachbarn einen Buchenzweig brachte;
den hielt er sich dann über den Kopf und träumte, unter den Buchen zu sein,
wo die Sonne schien und die Vöglein sangen.
An einem Frühlingstag brachte ihm sein Freund auch Feldblumen,
und unter diesen war zufällig eine,
an der noch die Wurzel hing; so wurde sie in einen Blumentopf gepflanzt
und an das Fenster dicht neben dem Bett gestellt.
Die Blume war von glücklicher Hand gepflanzt,
sie wuchs und gedieh, trieb jedes Jahr neue Stengel und frische Blüten.
Sie war für den kranken Knaben ein herrlicher Blumengarten,
sein größter Schatz auf dieser Erde.
Er begoß und pflegte sie und sorgte dafür, daß sie auch jeden letzten Sonnenstrahl bekam, der durch das niedrige Fenster drang.
Die Blume lebte in seinen Träumen, für ihn wuchs sie, blühte und verbreitete ihren Duft; sie war seine größte Freude.
Ihr wandte er im Tod sein kleines Antlitz zu, als der liebe Gott ihn rief.
Der Knabe ist nun schon ein Jahr bei Gott gewesen;
ein Jahr lang hat die Blume vergessen im Fenster gestanden und ist verdorrt;
deshalb wurde sie beim Unzug mit allem Kehricht auf die Gasse geworfen.
Und diese Blume ist es, diese arme, welke Blume,
die wir mit in unseren Strauß genommen haben;
denn sie hat mehr Freude gebracht als die kostbarste Rose im Garten einer Königin".

"Woher weißt du das alles?" fragte das Kind, das der Engel zum Himmel hinauftrug.
"Ich weiß es!" sagte der Engel,
" ich war ja selbst der kranke, kleine Knabe, der auf Krücken ging.
Meine Blume kenne ich wohl!"
Und das Kind öffnete seine Augen weit
und schaute in das schöne, frohe Gesicht des Engels,
und im selben Augenblick waren sie in Gottes Himmel,
wo Freude und Glückseligkeit herrschte.
Und Gott drückte das tote Kind an sein Herz, da bekam es Flügel,
und Hand in Hand flog es mit dem Engel dahin.
Der liebe Gott drückte auch die Blumen an sein Herz,
aber die arme ,verdorrte Feldblume küsste er,
und sie bekam eine Stimme und sang mit den Engeln,
die in engeren und weiteren Kreisen um Gottes Thron schwebten,
immer weiter fort bis ins Unendliche, aber alle gleich glücklich.
Alle sangen sie, auch die arme, kleine Feldblume, die verwelkt dagelegen war,
hingeworfen auf den Kehrichthaufen in der engen, düsteren Gasse.

Ahasveru

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Freitag, 25. Juni 2004, 14:08

RE: Engel in Gedichten, Märchen und Erzählungen.

Engel

Sehe hinaus in die tiefblaue Nacht,
merke das viele Sternlein stehen
auch Wolken, die an mir vorüber gehen
und spüre den Wind durch mein Haar gleiten, ganz sacht.
Was für ein schönes Geschöpf sehe ich da?
Leichtfüßig schwebt es hinab,
durch die Briese getrieben, bergauf und bergab;
weiße Flügel, weißes Kleid und goldblondes Haar.
Mit lieblicher Stimme sprich der Engel zu mir:
"Ich blicke schon lang in dein Gesicht
und sehe die Sehnsucht nach einem Leben voller Licht,
drum will ich einen Wunsch erfüllen dir!"
Mein unwahrscheinliches Glück glaube ich kaum!
"Ich wünsche mir einen Engel wie dich,
dessen Herz und Seele dem Glanz des Goldes glich,
der mein Leben erhellt, wie in einem schönen Traum!"
Dieser fast unmögliche Wunsch wurde dennoch erfüllt
und ich traf eine Gestalt nicht von dieser Welt,
denn sie kam zu mir vom Himmelszelt,
mit einem Blick war ich mit Liebe zu diesem Wesen umhüllt.

Autor/eingesandt von: Eileen

kolibri

gerne rang- und zwanglos

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3

Freitag, 25. Juni 2004, 14:46

RE: Engel in Gedichten, Märchen und Erzählungen.

Der Engel in dir

Der Engel in dir
freut sich über dein
Licht

weint über deine Finsternis

Aus seinen Flügeln rauschen
Liebesworte
Gedichte
Liebkosungen

Er bewacht
deinen Weg

Lenk deine Schritte
engelwärts

Rose Ausländer
Mach', was du willst, aber mach' es so gut wie irgend möglich. Katherine Hepburn

Mindiyana

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4

Freitag, 25. Juni 2004, 15:48

Der Engel

Es war erst gestern Abend,
ich schaute in den Mond,
da sah ich diesen Engel,
der auf dem Stern dort wohnt.

Mit strahlend blauen Augen
sah er mich freundlich an,
die Flügel glänzten silbern
sah'n aus wie Filigran.

Gold glänzten seine Haare
das lange Kleid ganz weiß,
um ihn herum die Sterne,
sie bildeten den Kreis.

So schwebte er ganz langsam
in gleißend hellem Licht
und sprach mit leiser Stimme
fürchte Dich bitte nicht.

In meinem kleinen Herzen,
da wurde es ganz warm,
es nahm mich dieser Engel
zärtlich in seinen Arm.

Es flogen alle Sorgen,
der Kummer und das Leid
aus meinem kleinen Körper
in die Unendlichkeit.

Linda von Oepen

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Ahasveru

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Freitag, 25. Juni 2004, 16:29

Das singende Engelchen

Ich habe heute ein Engelchen im Elfental gesehen.
Es saß da, auf einer Wolke und war wunderschön.
Es sang dort ein Liedchen, nur für den Einen allein.
Der Engel wollte in seine Nähe, ganz bei ihm sein.

Diese leise sanfte Melodie, tönt gläsern in der Nacht.
Selbst Jupiter und Merkur sind dabei erwacht.
Ein Stern hat der Mondin ganz frech gezwinkert.
Etwas Sternenstaub noch in den Augen plinkert.

Welch ein phantastisch berauschender Liebesklang.
Und es war so, als ob ein Himmelschor nun sang.
Dieser Engel er lächelte liebreizend und rein,
strahlte heller und wärmer wie der Sonnenschein.

Dieser Ton der erfüllte das gesammte Elfental,
der Auserwählte würde sie erhören, hatte keine Wahl.
Ich weiss, der Engel hört nicht eher auf zu singen,
bis zwei verliebte Herzen zusammen dann klingen.

Die Sehnsucht lässt ihn durch die Dunkelheit fliegen,
um all die Momente der Harmonie zu kriegen.
Nacht für Nacht, seh ich diesen Engel kreisen,
durch den Nachtsaum und die Wölckchen reisen.

In den Nächten wo Gesang ertönt aus Unruh,
brauch ich keinen Spiegel, denn der bist Du.
Der Mond, der Engel, Kobold und auch Stern,
die Elfen, die Zwerge, sie sind nie ganz fern.

Denn bei Traumesbeginn, sind wir alle vereint,
spüren zusammen, wie die Nachtsonne scheint.
Fühlen, wie sie dem Engelchen die Flügel wärmt,
wie es im Sternenherzen pochend laut dann lärmt.

Sieh doch, wie Mondkind verrückte Bahnen zieht.
Der Kobold das goldene Hufeisen des Glücks vergibt.
Sieh doch, die Märchenschar in meinem Traum.
Selbst die Zwerge tollen lachend um einen Baum.

Die Elfchen trällern wild flatternd um mich rum.
Still wird es plötzlich sie wispern lautlos, fast stumm.
Die Uhren wurden verhext, sie laufen viel zu schnell.
Rasch ist die Nacht vorüber, es wird langsam hell.

Der Traum ist vorüber, doch der Gesang noch im Ohr,
mir ist als ob ich immer noch höre den Elfenchor.
Ich steh auf, geh zum Fenster und denke an Dich,
ich weiß genau in diesem Moment, fühlst Du wie ich!

Copyright: Moonlight

Mindiyana

unregistriert

6

Freitag, 25. Juni 2004, 16:59

Engel

Ich hab'
dir einen Engel geschickt
heut' Nacht,
weil ich daran zweifle,
das eine Wort zu finden,
das deine Mauer durchbricht.

Lass' ihn zu dir.
Öffne deine dornige Hecke
nur einen Spalt.

Siehst du das Licht?

Birgit Enser

Schehersad

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7

Sonntag, 27. Juni 2004, 21:36

.

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Ahasveru

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8

Sonntag, 27. Juni 2004, 23:01

Schau mir ins Gesicht

Du Engel in den Wolken da,
du begleitest mich immerfort.

Auf den Straßen, überall zwischen
der Hektik der Menschen, in den Wirren dieser Zeit,
du bist da,
schaust in mein Gesicht,
öffnest mir mein Herz, siehst mir in
die Augen und sagst
ich bin da, ich liebe dich.

Du Engel da,
du schenkst mir Trost, wenn ich mal weine,
ich suche dich
siehst du mich?
Schaust in mein Gesicht und sagst
ich bin da, ich liebe dich.

Du Engel da,
du lachst mit mir, du freust dich mit mir,
du bist da,
schaust in mein Gesicht und sagst
ich bin da, ich liebe dich.

Du Engel in den Wolken da,
ich liebe dich immerdar.

Copyright: Violettstrahl

Mindiyana

unregistriert

9

Montag, 28. Juni 2004, 00:32

Der Schutzengel

Du bist der Vogel, dessen Flügel kamen,
wenn ich erwachte in der Nacht und rief.
Nur mit den Armen rief ich, denn dein Namen
ist wie ein Abgrund, tausend Nächte tief.
Du bist der Schatten, drin ich still entschlief,
und jeden Traum ersinnt in mir dein Samen, -
du bist das Bild, ich aber bin der Rahmen,
der dich ergänzt in glänzendem Relief.

Wie nenn ich dich? Sieh, meine Lippen lahmen.
Du bist der Anfang, der sich groß ergießt,
ich bin das langsame und bange Amen,
das deine Schönheit scheu beschließt.

Du hast mich oft aus dunklem Ruhn gerissen,
wenn mir das Schlafen wie ein Grab erschien
und wie Verlorengehen und Entfliehn, -
da hobst du mich aus Herzensfinsternissen
und wolltest mich auf allen Türmen hissen
wie Scharlachfahnen und wie Draperien.

Du: der von Wundern redet wie vom Wissen
und von den Menschen wie von Melodien
und von den Rosen: von Ereignissen,
die flammend sich in deinem Blick vollziehn, -
du Seliger, wann nennst du einmal Ihn,
aus dessen siebentem und letztem Tage
noch immer Glanz auf deinem Flügelschlage
verloren liegt...
Befiehlst du, daß ich frage?

Rainer Maria Rilke

LuzifersMirror

unregistriert

10

Montag, 28. Juni 2004, 00:39

Engel der Dunkelheit

Geboren in den Tiefen der Abgründe
ist er schön wie die Sünde
Schwarze Flügel umspannen seinen Leib,
alle anderen Wesen erblassen vor Neid


Elegant schreitet er dahin,
er wär für jeden ein kostbarer Gewinn.
Schwarze Haare umrahmen sein Gesicht
und in seine Augen spiegelt sich kein Licht.

Mit einem Blick lässt er Häuser in Schutt und Asche verbrennen,
nach solchen Taten glaubt jeder ihn zu kennen.

Er ist ein Engel der Dunkelheit
und verlangt von anderen nur Gerechtigkeit.
Er lebt in seiner eigenen Welt der Nacht
und wird von seinen Freunden, den Schattenwesen, bewacht.

Wenn er lacht, bersten Spiegel
und die stärksten Siegel.
Doch wenn er weint, kehrt Stille ein,
keiner singt, kein Vogel klein.

Er lebt für jede Seele
und füllt mit jeder einen Teil seiner inneren Leere


L. Inca

Luzifer.........

LuzifersMirror

unregistriert

11

Montag, 28. Juni 2004, 00:42

Roter

Regen

fällt vom Schwarzen Himmel,

es ist

das Blut

Fallender Engel


L.Inca




Luzifer....

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Ahasveru

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Montag, 28. Juni 2004, 01:16

Die Engel

Sie haben alle müde Münde
und helle Seelen ohne Saum.
Und eine Sehnsucht (wie nach Sünde)
geht ihnen manchmal durch den Traum.


Fast gleichen sie einander alle;
in Gottes Gärten schweigen sie,
wie viele, viele Intervalle
in seiner Macht und Melodie.


Nur wenn sie ihre Flügel breiten,
sind sie die Wecker eines Winds:
als ginge Gott mit seinen weiten
Bildhauerhänden durch die Seiten
im dunklen Buch des Anbeginns

Rainer Maria Rilke

Mindiyana

unregistriert

13

Montag, 28. Juni 2004, 01:24

Engel umschweben uns,
Wo wir auch gehn,
Engel umgeben uns,
Wie wir uns drehn.

Doch wir erkennen sie
Nicht in dem Licht,
Und zu benennen sie
Wissen wir nicht.

Selber zu blenden uns
Scheinet der Glanz,
Wir von ihm wenden uns
Halb oder ganz.

Aber nun haben wir
Engel ein Paar,
Denen ja gaben wir
Namen fürwahr.

Und nicht vergaßen wir:
Wirklich einmal
Selber besaßen wir
Leiblich den Strahl.

Sollten wir wenden uns
Ab von dem Glanz?
Sollten verblenden uns
Halb oder ganz?

Nein! wir erkennen euch
Freudig im Licht,
Und zu benennen euch
Zweifeln wir nicht.

Lächelnd ihr gebet uns
Wohl zu verstehn,
Daß ihr umschwebet uns,
Wo wir auch gehn.

Friedrich Rückert

LuzifersMirror

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14

Montag, 28. Juni 2004, 14:07



Engelwurz!

Das ist so eine Sache mit den Engeln. Es heißt ‚Der Engel‘, aber meist sind so Engel dann doch weiblich, tragen weiße Kleidchen und haben so niedliche Flügel auf dem Rücken. Ansonsten sind sie ziemlich asexuell, was man wiederum von dem Engel in der Kneipe um die Ecke oder im Urlaub ein paar Meter weiter an der Theke der Strandbar nicht unbedingt sagen kann. Da mögen zwar hin und wieder Anklänge an den harrschen Engel Gabriel, der schwertbewaffnet dafür sorgt, dass niemand – auch nicht aus Versehen – die Pforte zum Paradies überschreitet, vorkommen. Doch meist lassen diese Engelchen, was so kleine Paradiese, über deren Zugang sie verfügen, betrifft, mit sich reden, wenn man es teuflisch genug anstellt.

Die Verwandlung eines strengen, gut bewaffneten Engel Gabriel in diese niedlichen weiß bekleideten, immer unschuldigen und etwas flügelflattrigen Wesen in unserer Vorstellungswelt mag daher rühren, dass wir uns von unserer mythengeschwängerten Vorgeschichte nicht so recht lösen können und bei aller Christianisierung dann doch in dieser Welt voller Elfen verharren.

Elfen und Alben, da können wir doch viel mehr mit anfangen. Da sind unserer Fantasie nicht solch strenge Regeln vorgegeben. Auch die Unterwelt ist etwas lustiger als diese heiße, quälende Hölle. Trolle und Kobolde können zwar auch recht bösartig sein, aber sie bringen einen auch zum Lachen und bewachen sie nicht unermessliche Schätze? Da herrscht kein alles auffressendes Feuer, da glänzt es vor Gold, Geschmeide und wenn schon Feuer, dann dient es der Schmiedekunst. Das ist ein gezähmtes und nützliches Feuer, wie es sich für Menschen gehört und nicht dieses wilde, alles verzehrende Ungetüm, dem man nicht entkommen kann. Und wenn es wirklich mal ernst wird, dann kommt die Strafe von oben, nämlich dann wenn Thor seinen Hammer schwingt und mit Blitz und Donner so richtig und realistisch poltert und sengt. Der ist zwar ebenso wenig greifbar wie der Regenbogen, aber er manifestiert sich wenigstens in unüberhör- und unübersehbaren Erscheinungen.

Aber zurück zu unseren Engeln. Der Begriff ‚Engel‘ erreichte uns erst im Mittelalter. Er stammt wie so vieles, was unsere Kultur belebt, aus Griechenland. Das Ursprungswort ist ággelos, Bote. Wie es dazu kommt, Teile Brittaniens als Eng(el)land zu bezeichnen, bleibt mir allerdings ein Rätsel. Und was hat das mit der Engelswurz zu tun? Nun ja, da spielt die unzweifelhafte Unschuld dieser netten Wesen in den weißen Kleidchen rein. Diese Engelswurz ist verwandt mit dem Schierling und ganz hübsch giftig. Sie diente nicht selten dazu, aus gefallenen Mädchen wieder reine Engel zu machen. Durchaus ein Spiel mit dem Feuer. In der Hand einer nicht so guten Kräuterfee eben auch schon mal tödlich. Aber nichts ist ohne Risiko. Auch das wussten schon unsere Vorfahren.

Ach ja, wenn Sie noch einen Namen für ihr unschuldiges Töchterchen suchen. Der botanische Name dieser Wurz lautet Angelica.

Das ist die eine Version der Namenserklärung. Die andere, häufigere besagt, dass die Pflanze der Menschheit von einem Engel gebracht worden sei. Extrakte der Pflanze wurden gegen die Pest verabreicht. Mit welchem Erfolg, weiß ich nicht. Aber allzu groß kann er nicht gewesen sein. Das wäe überliefert, nehme ich mal an. Aber daran können sich selbst die Älteren nicht mehr erinnern.

...............R.G., gggg


Luzifer......

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Ahasveru

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Montag, 28. Juni 2004, 17:50

Sophie Mereau
(1770-1806)


Der Engel des Todes

An Salomon dem großen Weisen ging
Der ernste Todesengel sichtbarlich
Vorüber einst, und richtete den Blick
Auf einen Mann, der nahe bei ihm stand.
Wer ist der, fragte dieser Salomo,
Der Engel mit dem furchtbar ernsten Blick?
Der Todesengel, sagte Salomo.
Es scheinet mir, versetzte jener, daß
Er mein bedarf; o, so befiehl drum schnell
Dem Winde, daß er weit aus seinem Blick
Nach Indien mich bringe. Es geschah.
- Und drauf zu Salomo der Engel spricht:
Verwundert sah ich ernst auf diesen Mann,
Denn seine Seel' in Indien von ihm
Zu nehmen, war befohlen mir, und hier
In Palästina traf ich ihn bei dir.

Schehersad

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16

Montag, 28. Juni 2004, 20:25

.

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Mindiyana

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17

Dienstag, 29. Juni 2004, 03:37

Wenn Engel hassen

Als er aufstand an dem Morgen der sein letzter war,
schien die Sonne und die Vögel kreischten laut.
Eine Woge von Verlangen stürzte über ihn
und klebriger Tau bedeckte die Haut.

Durch den aderblauen Himmel ging ein breiter Riss,
dunkle Wasser brachen über ihn herein.
Eine unbekannte Macht erhob sich tief in ihm,
und mit einem Mal war ihm alles klar,
dass nichts mehr so wie gestern war.

Wenn Engel hassen
stürzen sie wie Steine aus dem Himmelszelt;
wenn Engel hassen
fliegen sie als dunkle Vögel in die Welt;
wenn Engel hassen
landen sie als schwarzer Schatten, der uns quält
und nehmen Rache
an den Menschen, die gefallen sind wie sie.

Als er aufbrach, ließ er alles hinter sich zurück,
seine Schritte waren federleicht und frei.
Unterm Mantel trug er einen kalten schwarzen Stahl,
er lächelte leis und summte dabei.

Seine Hand gab sieben Menschen einen schnellen Tod,
bis ihn selber eine Kugel niederwarf.
Wer ihn kannte, sagte, dass es seltsam war,
denn glücklicher hat man ihn nie gesehn.
Der Glanz eines Engels war auf ihm zu sehn.

Wenn Engel hassen
stürzen sie wie Steine aus dem Himmelszelt;
wenn Engel hassen
fliegen sie als dunkle Vögel in die Welt;
wenn Engel hassen
landen sie als schwarzer Schatten, der uns quält
und nehmen Rache
an den Menschen, die gefallen sind wie sie.

Subway to Sally

LuzifersMirror

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18

Dienstag, 29. Juni 2004, 13:10



TOTENKLAGE



Ich traf den Engel von der Mondkohorte

Ich habe nichts als diesen Wunsch: zu sterben

Es war November. Draußen stob der Föhn.

Der beste Vers ist noch zu schlecht für sie.

O Eitelkeit, wenn Schmerz zum Dichter wird

Schon sieben Tag und Nächte muß ich weinen.

Kämst du doch eine Nacht, wie ich dich kannte

Stets sah ich nur den Tod am Horizont

Ich will mein einsam künftig Leben leben

Ich stehe an den Teichen von Losone

Es schaukelt unser Boot zu jenen Inseln

Ich breite nachts im Halbschlaf meine Hände

Ich danke Gott mit Macht aus tiefstem Herzen

Dich kannte niemand außer Gott und mir.

Wie Schmetterlinge zahllos sind die Küsse

Damit ich diese brachen Strophen schriebe

Nur dir soll künftig meine Flöte klingen

Ich möchte sterben mittags in der Sonne.


Klabund

Luzifer...

Ahasveru

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19

Dienstag, 29. Juni 2004, 15:34

Margit Maas
Als Engel geboren

Als Engel geboren
Als Mensch verborgen,
Versteckt in einem Geheimnis,
Gefangen in einem Gefängnis.
Versuch ich zu entkommen,
doch die Chance ist mir entronnen.
Kann nicht mehr fliegen,
kann nicht mehr lieben.
Ein Licht taucht vor mir auf,
eine Stimme sagt mir: 'Lauf!
Noch einmal sollst du leben,
dir sei deine Taten vergeben'

Ahasveru

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Dienstag, 29. Juni 2004, 19:34

Viola Huber

Abschied

Mein Engel, du sagtest, es ist nun soweit,
Jetzt mußt du in deine Welt zurück.
Zwar wußte ich immer, daß kommt diese Zeit,
Doch ich wollte erhalten unser Glück.

Mein Engel, du sagtest, du könntest nicht gehen,
Solange ich dich nicht loslassen kann.
Wir beide brauchten lang, zu verstehen,
Daß mit Abschied der neue Anfang begann.

Mein Engel, der Wind ruft dich, trägt dich weit fort,
Meine lautlosen Tränen siehst du nicht mehr.
Nun bist du weit weg, an einem anderen Ort.
So ist es gut, denn du gehörst nicht hierher.

Mein Engel, breite nur deine Flügel aus,
Und spüre wie du frei bist, wie ein Vogel im Wind.
Ich ließ dich los, ließ dich gehen nach Haus´,
Um zu lieben mein Leben wie damals als Kind.

Mein Engel, du lernst das Fliegen erneut,
Ich lerne meinen eigenen Weg zu gehen.
Fällt der Abschied auch schwer, ich hab´s nicht bereut,
So lernen wir zwei das Leben verstehen.

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